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Meerbusch: Gewinner: FDP, SPD, Piraten

Meerbusch : Gewinner: FDP, SPD, Piraten

Gleich drei Meerbuscher sitzen im neuen Landtag: Der Strümper Lutz Lienenkämper (CDU) holt den Wahlkreis direkt, der Büdericher Christian Lindner (FDP) und der Lanker Oliver Keymis (Grüne) ziehen über Liste ein.

Premiere für Meerbusch: Stets verfügten CDU und FDP gemeinsam bei Kommunal-, Bundestags-, Europa- oder Landtagswahlen über eine komfortable Mehrheit deutlich jenseits der 50 Prozent. Bis gestern Abend.

Zwar gewannen die Liberalen gegenüber der Landtagswahl 2010 fast 50 Prozent Zweitstimmen hinzu, kamen auf 17,9 Prozent (2010: 12,8 Prozent). Doch die CDU verlor ein Viertel ihrer Meerbuscher Wähler, stürzte von 42,7 Prozent auf 31,7 Prozent an. Zum Vergleich: Bei der Landtagswahl im Jahr 2005 hatten noch 53,9 Prozent der Meerbuscher CDU gewählt.

Einziger Trost für die Christdemokraten: Der Strümper Lutz Lienenkämper (CDU) wurde im Wahlkreis 46, zu dem auch Meerbusch gehört, direkt in den Landtag gewählt, erzielte mit 40,7 Prozent ein deutlich besseres Ergebnis als seine Partei. Allerdings hatte er vor zwei Jahren noch 49,7 Prozent der Erststimmen erhalten. Lienenkämper verbrachte den Abend gestern im Landtag. "Wir haben hier nach dem schlechten Abschneiden der CDU eine Sitzung nach der anderen. Die Stimmung ist zwar getrübt, aber wir blicken bereits in die Zukunft." Durch harte Arbeit werde die CDU dafür sorgen, dass die Wähler ihr erneut das Vertrauen schenken.

Niederdellmann-Siemes sprachlos

Zu den Wahlgewinnern gehört klar die SPD: Sie verbesserte sich gegenüber 2010 von 23 auf 29 Prozent. Nicole Niederdellmann-Siemes erhielt 28,6 Prozent der Erststimmen (2010: 23,9 Prozent). "Ich bin sprachlos. Mit einem guten Abschneiden hatte ich gerechnet, mit diesem sehr guten Ergebnis ehrlich gesagt nicht", erklärte die Direktkandidatin der SPD. Sie feierte im Osterather Hof. Trotz eines deutlich besseren Listenplatzes als vor zwei Jahren (33 statt 53) reicht es für sie höchstwahrscheinlich nicht zum Einzug in den Landtag.

Grund zur Freude hatten auch die Piraten: Sie kamen in Meerbusch auf 6,4 Prozent der Stimmen. "Damit liegen wir zwar leicht unter dem Landesergebnis, aber das hatten wir auch erwartet. Das ist zurückzuführen auf die extrem starke FDP in Meerbusch", erklärte der Direktkandidat der Piraten, Wilhelm Frömgen.

Grüne verlieren leicht

Leicht verloren haben die Grünen. 10,5 Prozent der Meerbuscher gaben ihnen ihre Zweitstimme (2010: 12,8 Prozent). Auch Direktkandidat Oliver Keymis büßte Zustimmung ein. Er erhielt 11,7 Prozent, 1,9 Prozentpunkte weniger als vor zwei Jahren. "Ich bin zufrieden, habe mein persönliches Wahlziel erreicht, bin bei den Erststimmen noch vor dem FDP-Kandidaten", sagte Keymis. "Viel wichtiger ist aber, dass wir nun eine stabile Mehrheit in NRW haben." Er zieht über die Landesliste zum vierten Mal in den Landtag ein. FDP-Landtagskandidat Bernd Schumacher-Adams zieht erwartungsgemäß nicht ins Parlament ein, zeigte sich über sein Meerbuscher Ergebnis von 10,6 Prozent jedoch hochzufrieden. Deutlich verloren hat die Partei Die Linke. Nach 3,3 Prozent bei der vergangenen Landtagswahl schenkten gestern nur noch 1,4 Prozent der wahlberechtigten Meerbuscher ihr das Vertrauen.

Die Wahlbeteiligung ging gegenüber 2010 leicht zurück. Sie lag in Meerbusch mit 69,2 Prozent deutlich über dem Landesschnitt. Bei der vergangenen Landtwagswahl hatten 69,4 Prozent der Meerbuscher von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Der Wahlabend in Meerbusch

(RP/ila)