Meerbusch: Geteiltes Echo auf Bistums-Brief

Meerbusch : Geteiltes Echo auf Bistums-Brief

Nach dem Bistums-Brief kochen in der Hildegundis-Pfarre erneut die Emotionen hoch. Die Kritiker der Gemeindeleitung empfinden das während der Gottesdienste verlesene Schreiben geradezu als Ohrfeige.

"Der Brief geht überhaupt nicht auf die Problematik ein, die wir kritisiert haben", sagt Gerd Vasen. Er ist einer der Initiatoren eines im Juli von 183 Meerbuscher Katholiken unterzeichneten Protestbriefs an den Bischof. Vasen betont, dass man den Bischof um Hilfe und Vermittlung gebeten habe — was man von ihm nun jedoch nicht bekomme.

Bischof Heinrich Mussinghoff ließ seinen Domkapitular das Schreiben der Meerbuscher Gemeinderats-Kritiker beantworten. Foto: Bistum Aachen

Vasen: "Wir sind gesprächsbereit und wollen uns einbringen. Das Problem ist doch, dass der Dialog von der anderen Seite abgelehnt wird."

Rückendeckung für Gemeinderats-Vorsitzenden Thomas Stelzer-Rothe. Foto: Dackweiler, Ulli

In ungewöhnlicher Form hatte sich das Bistum Aachen am Sonntag an die Mitglieder der Pfarre Hildegundis von Meer gewandt. In den Gottesdiensten wurde ein Schreiben von Domkapitular Heiner Schmitz verlesen, das dem Gemeinderat und Pfarrer Norbert Viertel ausdrücklich den Rücken stärkt. Es nimmt auf das Schreiben der Kritiker vom Juli Bezug, das Pfarrer und Gemeindeleitung scharf angegriffen hatte.

Nun fordert die Bistumsleitung die Gemeindemitglieder auf, "Verdächtigungen und Unterstellungen zu unterlassen". Der Domkapitular bescheinigt Pfarrer Viertel, sich seiner vom Bischof gestellten Aufgabe "gewissenhaft und zielgerichtet" zu stellen. Dialog und die Transparenz in der Gemeinde seien gegeben.

Zuletzt war in der Pfarre im Juli Streit ausgebrochen, als die Gemeindeleitung der ehemaligen Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Felicitas Klein aus Lank-Latum die Verlängerung der Erlaubnis für die weitere Abhaltung von Laien-Gottesdiensten versagte.

Die Gemeindeleitung empfindet den Brief als dringend notwendigen Schritt: "Das Schreiben ist schon eine starke Geste. Wir sehen das als einen Riesen-Vertrauensbeweis für Pfarrer und Gemeinderat", sagt der Gemeinderats-Vorsitzende Thomas Stelzer-Rothe. Ob der Brief die Wogen glätten wird, kann Stelzer-Rother nicht sagen.

Für ihn sei wichtig, bei der nächsten Pfarrgemeinderatssitzung am 21. August wieder über Themen zu reden, die die Gestaltung des Gemeindelebens betreffen, wie das Pfarreikonzept oder die Ausrichtung des anstehenden Glaubensjahrs ab Oktober. Auch über das Bistums-Schreiben und die Konflikte soll in dem Gremium geredet werden. Allerdings im nichtöffentlichen Teil.

Das Schreiben des Bistum Aachens lesen Sie hier.

(RP/rl/ila)
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