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Meerbusch: Gesünderes Essen für Gymnasium

Meerbusch : Gesünderes Essen für Gymnasium

In neun von zehn Mensen wird Schülern mangelhaftes Essen serviert. Das Meerbusch-Gymnasium will die Verpflegung seiner Schüler verbessern, setzt auf Vitamine und Schüler, die die Zutaten für Salate selbst schneiden.

Eine Untersuchung der Hochschule Niederrhein brachte es an den Tag: Häufig kommt in Mensen mangelhaftes Essen auf den Teller der Kinder — zu fett, zu groß, zu vitaminarm. Fünf Jahre lang untersuchten Wissenschaftler um Professor Volker Peinelt die Schulverpflegung in Deutschland. Ergebnis: In neun von zehn Fällen waren die Mahlzeiten schlicht ungesund. Da die Teilnahme der Schulen an der Untersuchung freiwillig war, ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Quote der mangelhaften Mahlzeiten in Wahrheit noch höher ausfällt.

Nur 6,5 Prozent nutzen Mensa

Nicht untersucht haben die Wissenschaftler das Essen am Meerbusch-Gymnasium — die Mensa nahm erst vor knapp 14 Monaten ihren Betrieb auf. Doch Tamara Engelmann, Geschäftsführerin des betreibenden Cafeteria-Vereins, wollte die Qualität weiter verbessern — und die Annahme der Mensa durch die Schüler. "Zurzeit ist es so, dass von den rund 1000 Schülern des Gymnasiums nur 60 bis 65 die Mensa nutzen", sagt Engelmann.

Das Meerbusch-Gymnasium ist eine von fünf Schulen im Rhein-Kreis Neuss, die sich in Kooperation mit dem ESG-Institut für Ernährung am Projekt "Gesund genießen" beteiligen. Der Rhein-Kreis Neuss stellt für das Projekt 15 000 Euro zur Verfügung und wird mit weiteren 9000 Euro von einer Krankenkasse gefördert. Und auch der Cafeteria-Verein zahlt — 500 Euro für jedes der fünf Halbjahre, die das Projekt läuft.

Ein erstes Gespräch aller beteiligten Schulen habe es bereits gegeben, berichtet Engelmann. "Wir sehen uns eigentlich ganz gut aufgestellt." Zwei Gerichte pro Tag stehen zur Auswahl, sie werden vom Caterer Sauels zubereitet, auf unter 4 Grad Celsius abgekühlt und dann in der Küche des Gymnasiums erwärmt. "Cool and chill" nennt sich die Methode, die auch Professor Peinelt empfiehlt. Daneben gibt es Salat, zum Nachtisch auch Obst. "Aber wenn Pudding angeboten wird, ist der stärker nachgefragt", sagt Engelmann. Bei den Salaten hingegen verzeichnet sie eine starke Nachfrage. "Nicht nur von Mädchen", betont die Geschäftsführerin. Sie würde gern häufiger vegetarische Mahlzeiten anbieten — "da muss man sich allerdings beim Caterer durchsetzen". Und sie setzt auf innerschulische Projekte. "Wenn die Kinder den Salat selbst zubereiten, wächst das Interesse an gesundem Essen." Vor allem jüngere Jahrgänge seien das gemeinsame Essen noch von der Ganztags-Grundschule gewohnt. "Doch Oberstufenschüler holen sich lieber einen Döner oder eine Pizza."

(RP/ila)