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Meerbusch: Geschichten aus der Lanker Heimat

Meerbusch : Geschichten aus der Lanker Heimat

Die Heimatblätter 2016 des Heimatkreises Lank sind erschienen. Auf knapp 100 Seiten von "Dä Bott" gibt es Historisches aus der Region, wird aber auch in die Zukunft geguckt und Plattdeutsch erklärt.

Auf dem "Dä Bott"-Titel präsentieren sich Elisabeth Moris und Franz von Latum. Damit erinnern sie an den Großen Heimatabend des Heimatkreises Lank im März dieses Jahres.

Ab Seite 62 der neuen Lanker Heimatblätter ist nachzulesen, dass der mit heiteren und ernsten Beiträgen gespickte Heimatabend viel Beifall fand. Dieses Ereignis findet in "Dä Bott" ebenso Beachtung wie Betrachtungen über die seit 111 Jahren besehende Pastor-Jacobs-Schule, das Tankstellensterben in Lank-Latum, die Geschichte des Gastronomiebetriebs "Alte Weinschenke", die Missouri-Reise, das Brunnenfest, den Tag des offenen Denkmals, Nachrufe, Ehrungen und Kommentare.

"Wir sind stolz darauf, Jahr für Jahr in der Heimat zusammengetragene Geschichte und Geschichten im 'Dä Bott' festhalten zu können", sagte gestern Heimatkreis-Vorsitzender Franz-Josef Radmacher bei der Präsentation des neuen Heftes. Und auch Geschäftsführer und Schriftlichter Franz-Josef Jürgens freut sich: "Die Nachfrage wird immer stärker." Die zwischen 1975 und 2008 erschienenen Mappen enthielten 3600 lose Seiten: "Die gebundene Form gibt es seit 2009." Um Jahr für Jahr neuaufbereitete Historie oder aktuelle Ereignisse zu Papier zu bringen, arbeitet das Team - in vorderster Front neben Radmacher und Jürgens Helga Ebner (Layout und Satz) sowie Peter Sitsen (Schatzmeister und Textverarbeitung) - das ganze Jahr über. "Eng geht es in den letzten vier Wochen zu", berichtet Helga Ebner. Zuvor werden Ideen, Texte und Fotos zusammengetragen: "Wir legen Wert auf ein gewisses Niveau." Und auch die Mischung muss stimmen. Schließlich versteht sich "Dä Bott" entsprechend dem Namen als Bote und Nachrichtenheft.

Deshalb können sich die Leser auch auf "Die Geschichte der Feuerwehr Lank-Latum" freuen. Georg Berrisch und Reiner Pylen beleuchten die 114-jährige Geschichte der Feuerwehr Lank-Latum, erinnern im Zeitraffer an Höhen und Tiefen, Kuriositäten, Siege und Niederlagen und weisen damit auf die Bedeutung des Ehrenamtes hin. Fotos aus den Anfangsjahren bis Ende der 1990er Jahre runden das Ganze ab. "Das ist der erste Teil, 2017 folgt der nächste", verspricht Georg Berrisch, der dem Löschzug 45 Jahre angehörte und noch aktiv ist.

Aber die Zukunft kommt in den Lanker Heimatblättern auch nicht zu kurz. Franz-Josef Jürgens berichtet über das geplante, von Christian Forsen entworfene Kunstwerk am Seisthof in Nierst: "Im Rahmen der Feierlichkeiten 850 Jahre Kloster Meer hat sich der Heimatkreis für eine bleibende Erinnerung an das Klosterjubiläum entschieden. Die Aufstellung der Skulptur soll 2017 erfolgen."

Nur heile Welt allerdings wird auf den knapp 100 Seiten nicht geboten. Unter anderem nimmt Franz-Josef Radmacher "Neues von Haus Meer" unter die Lupe und bedauert, dass sich Langst-Kierst - "bis vor vier Jahren einen der schönsten Stadtteile" - zum Nachteil verändert: "Ein Dorf verliert sein Gesicht." Positiv dagegen berichtet der Heimatkreis über die Schilder, die in diesem Jahr an den Denkmälern in Nähe des Alten Marktes angebracht worden sind. Die Mundart darf nicht fehlen. Deshalb präsentiert Johannes Toups das Alphabet - in diesem Jahr von N bis O. Und der heimischen Natur wird ebenfalls gedacht. Jürgens fragt sich: "Wo ist der Mispelbaum geblieben?" und gibt zum Besten, was der Latumer sagt: "Mespelter mosse befrore und fukackisch sen, sons troe se d'r Hals tu."

(RP)