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Meerbusch: Geringere Förderung für Jugendfahrten?

Meerbusch : Geringere Förderung für Jugendfahrten?

Bisher haben alle Teilnehmer einer Jugendfreizeit einen Zuschuss von vier Euro pro Tag erhalten. Doch die Stadt will nur noch finanziell schwächere Familien unterstützen. Diesen Vorschlag kritisieren die Veranstalter hingegen stark

Eine Förderung aller Teilnehmer - unabhängig von der finanziellen Situation der Eltern - hält Peter Annacker, Leiter des Fachbereichs Soziale Hilfen und Jugend, für überholt. "Vielen Meerbuschern geht es finanziell gut, sie benötigen den Zuschuss überhaupt nicht", sagt er. "Zumal viele überhaupt nicht wissen, dass die Freizeiten bezuschusst sind. Der Betrag, der ihnen mitgeteilt wird, ist oftmals bereits abzüglich der Förderung." Stattdessen will der Fachbereichsleiter vielmehr den sozial schwächeren Familien stärker unter die Arme greifen. Anstatt der bisherigen vier Euro Zuschuss pro Tag und Teilnehmer sollen nur finanziell ärmere Familien acht Euro pro Tag und Kind erhalten. Das würde sich bei einer zweiwöchigen Ferienfreizeit für 500 Euro ohne Zuschüsse wie folgt bemerkbar machen. Anstatt einer Gesamtsummevon 444 Euro (vier Euro x 14 Tage = 56 Euro) würde eine finanziell schwächere Familie 388 Euro zahlen.

Diesem Vorschlag stehen die Veranstalter der Jugendfreizeiten allerdings sehr kritisch gegenüber. "Das Konzept ist nicht richtig durchdacht", sagt Wilfried Pahlke, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Büderich. "Zwar freut sich ein kleiner Teil über den höheren Zuschuss, doch durch die Streichung der generellen Pauschale sind einige Familien betroffen, die sich die Fahrten zukünftig nicht mehr leisten können, da sie keine Förderung erhalten." Hans-Jürgen Barbarino, Vorsitzender des Stadtjugendrings Meerbusch und Leiter des Jugendzentrums Oase, stimmt ihm zu: "Zwar ist es unbestritten, dass es Eltern gibt, die ihre Kinder auch ohne den Zuschuss mitschicken würden. Für andere sind die 56 Euro für die zwei Wochen Ferienfahrt aber eine entscheidende finanzielle Entlastung." Renate Krüger, Vorsitzende der evangelischen Kirchengemeinde Osterath, ergänzt: "Ohne diese Zuschüsse wären die Fahrten stark gefährdet." Und es sind sich alle drei einig, dass diese Freizeiten wichtig für die Jugendlichen sind - vor allem als Ausgleich für den Schulalltag. Pahlke ergänzt: "Die Jugendlichen zwischen 13 und 16 Jahren sind in einem Alter, in dem das Miteinander eine große Rolle spielt." Es wäre somit sehr traurig, wenn nicht alle Jugendlichen von dem Angebot Gebrauch machen könnten.

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Einig sind sich die drei auch, dass man stattdessen besser auf die Sonderförderung verzichten könne. Zumal laut Jugendamt nur wenige die Sonderförderung von bisher fünf Euro genutzt hätten, die demnächst womöglich auf acht Euro erhöht werden könnte. 2013 waren es sechs Teilnehmer, 2012 drei und 2011 fünf.

Neben den Sonderförderungen können im Einzelfall aber auch höhere Zuschüsse beantragt werden. Diese Familien erhalten bisher 75 Prozent auf die Gesamtsumme. 2013 waren das 20 Teilnehmer. Diese Form der Förderung soll laut der drei Veranstalter auch weiterhin beibehalten werden. Annacker sieht dies ähnlich, schlägt aber vor, dass im Einzelfall entschieden werden soll, wie hoch die Förderung ist: "Wenn eine Familie mit Sonderbezügen nur dann ihr Kind anmelden kann, wenn sie etwa 30 Prozent erhält, kann man im Einzelfall darüber reden."

(RP)