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Meerbusch: Gasthaus Peters schließt im Januar

Meerbusch : Gasthaus Peters schließt im Januar

Am 5. Januar schließt das Gasthaus Peters an der Moerser Straße in Büderich seine Türen. Nach knapp sechs Jahren wird der Pachtvertrag mit der Patrizia Immobilien AG nicht verlängert.

Es ist die älteste Gaststätte in Büderich: das Gasthaus Peters an der Moerser Straße. Die derzeitigen Betreiber Peter Wilden (57) und seine Frau Irina (40) haben in knapp sechs erfolgreichen Jahren viele treue Stammkunden gewinnen können und das Traditionsgasthaus zu einer festen Größe im Stadtteil werden lassen. Doch schon bald, am 5. Januar, wird das Ehepaar die Gaststätte schließen. Das denkmalgeschützte Gebäude soll anderweitig vermarktet werden.

Der Grund für die Schließung ist scheinbar simpel: Der Vertrag mit dem Inhaber, der Patrizia Immobilien AG, wird nicht verlängert. Auf die Frage, warum ein gut laufender Betrieb, der sich im Ort hoher Beliebtheit erfreut, nicht weiter unterstützt wird, reagiert Peter Wilden keineswegs verärgert oder frustriert, sondern eher mit Resignation. "Wir wissen nicht, warum der Vertrag nicht verlängert wird. Meine Frau und ich hätten gerne noch fünf Jahre weitergemacht. Jetzt müssen wir raus. Das Leben geht weiter."

Im April 2008 hat das Ehepaar die Gaststätte nach zweijährigem Leerstand übernommen. Schnell wurden die Büdericher auf das neue Lokal aufmerksam. Ein Grund für die Beliebtheit des Gasthauses sei die Speisekarte: Die gutbürgerliche Küche versorgt jeden Gaumen. Sauerbraten und Grünkohl finden immer wieder ihren Weg in die Tagesangebote. "Wir machen viel auf rheinische Art", so Wilden. Das Gasthaus wurde zum täglichen Treff für Alt und Jung. Nicht nur Senioren, sondern auch viele Studenten, teilweise von weit her, kamen hier zusammen.

In den letzten Wochen hatte Thomas Kellner — sein Name, verrät er, ist gleichzeitig auch sein Beruf — die schwierige Aufgabe, den Gästen die traurige Botschaft von der Schließung zu überbringen. "Die Meisten reagieren darauf tieftraurig", so Kellner. "Schließlich waren wir hier jahrelang eine feste Größe und zu jeder Jahreszeit sehr gut besucht."

Am 4. Januar möchte das Ehepaar seine Stammgäste noch einmal zu einer großen Abschiedsparty einladen. "Danach ist Feierabend", sagt Wilden. Was danach mit dem Gebäude passiert oder welcher "lukrativere Kandidat" dort einziehen wird, weiß der Betreiber nicht. "Nur dass die sich wohl besser verkaufen lassen", meint Wilden.

Der Wert der Immobilie an der Moerser Straße erklärt sich mit der langen Geschichte des Gebäudes. Nur die Backstein-Fassade des Gasthauses zeugt noch von der ursprünglichen Lokalität, die Reisende aufsuchten, wenn sie die Zollstation in Büderich passierten. Zusammen mit der Zollstation bildete das Gasthaus einen Siedlungskern. Schon im Jahr 1755 stand an der Stelle der Gaststätte ein Gehöft, das neben der Landwirtschaft auch noch einer Gastwirtschaft und einer Schnapsbrennerei Platz bot. Viele halten das Gasthaus Peters deshalb für die älteste Gaststätte Büderichs — dies kann jedoch nicht schriftlich nachgewiesen werden. Heute gibt es keine Schnapsbrennerei mehr in dem Gebäude, das 1993 einstürzte und zwei Jahre später nach historischem Vorbild wieder aufgebaut wurde.

Ihre Gaststätte hat das Ehepaar Wilden zwar verloren, ihre Zuversicht allerdings nicht. "Wir werden in Büderich nach einem neuen Standort suchen", sagt Peter Wilden. "Unsere Gäste lassen wir nicht im Stich."

(RP)