1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Serie Mein Verein: Für alle, die mal Hilfe brauchen

Serie Mein Verein : Für alle, die mal Hilfe brauchen

Der VdK ist ein Sozialverband, der ehemals Kriegsversehrte und Hinterbliebene unterstützen wollte. Heute bietet er zum Beispiel Rechtsberatung in sämtliche Bereichen und richtet sich damit längst nicht mehr nur an Kriegsversehrte

Wolfgang Poeschke ist 75 Jahre und damit schon im Ruhestand. Seine freie Zeit nutzt er für einen guten Zweck: "Ich engagiere mich beim VdK und habe jetzt das Ehrenamt des Kassierers für den Ortsverband Meerbusch übernommen."

Der Ortsverband Meerbusch ist noch ganz jung. Ehemals gab es zwei eigenständige Ortsverbände: einen in Büderich und einen in Lank. Da die Aktivitäten bei beiden eingeschlafen seien, habe man sich entschlossen, einen Ortsverband für ganz Meerbusch zu gründen.

Poeschke ist aber schon länger dabei. 2004, als er in den Ruhestand gegangen ist, suchte er Hilfe wegen einer rechtlichen Angelegenheit und ist so auf den VdK gestoßen, der ihm prompt Hilfe angeboten hat.

Landesweit hat der VdK 1,6 Millionen Mitglieder. Entstanden ist er nach dem Zweiten Weltkrieg, um Kriegsversehrte und ihre Hinterbliebenen versorgen und unterstützen zu können. Der Name ist dem Verband erhalten geblieben, manchmal auch als Last, wie Poeschke findet: "Natürlich unterstützt der Verband auch Kriegsversehrte, die jetzt aus dem Nahen Osten kommen, aber die Zahl ist ja viel geringer."

  • Das Coronavirus fällt wie ein Meteorit
    Bildung in Meerbusch : Kunst-Projekt unterstützt die Mensa
  • Die Ermittlungen der Polizei dauern an.
    Polizei in Meerbusch : Mann mit mutmaßlicher Waffe löst Großeinsatz aus
  • Blick auf Düsseldorf.
    Shopping, Gastronomie, Sport : In Düsseldorf gilt Öffnungsstufe 1 – mit diesen Regeln

In den 50er Jahren waren es viele Kriegsversehrte, da war der Name auch noch angemessen. "Mittlerweile ist es eher eine Erinnerung an früher." Oft wüssten die Menschen gar nicht, was der VdK anbietet und vor allem, an wen er sich wendet: Menschen mit Behinderungen, Rentner, Unfallopfer, Sozialversicherte und Grundsicherungsempfänger – eigentlich alle, die Hilfe gebrauchen können.

Das möchte Poeschke jetzt in Meerbusch ändern und dem Ortsverband neues Leben einhauchen. Seit 2004 ist er Mitglied, damals noch in einem Düsseldorfer Ortsverband. Für ihn überwiegt der praktische Aspekt der Arbeit des VdK: "Bei einer Operation, der ich mich 2010 unterzog, ist leider furchtbar viel schief gelaufen. Es gab Komplikationen, und die Folgen haben mir schwer zu schaffen gemacht. Da hat der VdK mich sehr unterstützt: bei der Krankenversicherung, beim Amt." Plötzlich seien Dinge auf ihn zu gekommen, bei denen er Hilfe brauchte. Beispielsweise beim Antrag eines Behindertenausweises. Er ist sich sicher: "Ohne den VdK wäre es viel schwieriger gewesen."

Mit einer Mitgliedschaft von aktuell noch 4,50 Euro (ab 2014 dann fünf Euro) monatlich hat man allerlei Vorteile: Beratung in sozialrechtlichen Fragen, Rechtsvertretung vor den Sozialgerichten aber auch Reiseangebote. In bestimmten Hotels darf man als VdK-Mitglied vergünstigt Urlaub verbringen.

Davon machen Poeschke und seine Frau auch Gebrauch: "Da lernt man oft andere Mitglieder kennen. Die Hotels sind sehr schön. Die meisten davon sind in Bayern." Das habe auch etwas damit zu tun, dass Bayern innerhalb des VdKs schon immer eine starke Kraft und sehr mitgliederstark gewesen sei. In Meerbusch hat der Verein aktuell rund 200 Mitglieder. Damit auch die sich untereinander kennenlernen können, möchte Poeschke jetzt wieder Veranstaltungen organisieren, wie er sie noch aus seiner Düsseldorfer Zeit als Vdk-Mitglied kennt: Ausflüge, regelmäßige Treffen, Beisammensein. "Wir haben sehr viel geplant, um hier vor Ort den VdK wieder lebendig zu machen. Wir möchten, dass die Mitglieder merken, der VdK ist für uns da und hilft uns."

Die Weichen dafür stellt er jetzt. Aber seine ehrenamtliche Tätigkeit will er auch irgendwann wieder einstellen: "Wenn ich 80 bin, dann möchte ich mich aus den Ämtern dann zurück ziehen." Mitglied bleiben will Poeschke mit seiner Frau natürlich weiterhin.

Mehr Informationen bei Wolfgang Poeschke unter Telefon 02132 70058

(RP)