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Füchse in Meerbusch unterwegs

Wildtiere in Meerbusch : Füchse streunen durch Büderich

Mehrfach wurden die Wildtiere in den vergangenen Wochen in der Stadt gesehen. Dort suchen sie Nahrung. Eine direkte Gefahr geht von den Tieren nicht aus. Ein Fachmann sagt: „Meerbusch hat kein riesiges Fuchsproblem.“

Zuerst war es nur ein braun-rötlicher Schatten, den die Büdericherin wahrnahm, als sie nachmittags aus der Türe ihres Hauses an der Hermann-Unger-Allee trat. ,Ein großer Kater’ – so ihr erster Gedanke. „Aber dann habe ich plötzlich erkannt: Das ist ein Fuchs.“ Gerade mal einen Meter von ihr entfernt stand das Tier, kam schließlich näher und schnupperte gemächlich rund fünf Minuten an der Haustür. „Er schien sehr alt zu sein“, erzählt sie.

Knapp eine Woche ist das nun her, und die Meerbuscherin ist immer noch baff, wenn sie an das Aufeinandertreffen zurückdenkt. „Ich bin Tierfreund, aber ich habe so einen Schrecken bekommen, dass ich schnell hinterm Auto Schutz gesucht und mit dem Smartphone ein Foto gemacht habe“, erzählt sie weiter. „Schließlich bin ich noch nie einem Fuchs begegnet und wusste deshalb nicht, wie der reagieren würde.“

Und damit hat sie alles richtig gemacht, meint Jürgen Jansen, seit fast 20 Jahren Jäger und außerdem Waldlehrer beim Projekt Lernort Natur des Hegerings Meerbusch. „Da wäre ich auch vorsichtig gewesen. Denn wenn ein Fuchs so gar keine Scheu zeigt und zutraulich ist – und so sieht es in diesem Fall aus – dann ist irgendwas falsch.“ Denn mehr als zehn Meter würde sich ein Fuchs normalerweise keinem Menschen nähern. „Wenn doch, ist er vielleicht krank, dann sollte man am besten die Kreisjägerschaft, den Hegering oder das Ordnungsamt informieren.“ Die Fachleute kümmern sich dann und stellen möglicherweise Lebendfallen auf.

Jürgen Jansen betont aber: „Meerbusch hat kein riesiges Fuchsproblem.“ Rund hundert bis 120 Tiere würden dort jährlich geschossen. „Das ist im Rahmen.“ Aber Tatsache sei auch, dass in der Stadt immer mehr Füchse in Gärten, Parks, Wohngebieten und auf Friedhöfen auftauchten. Und tatsächlich haben auch andere Büdericher den Fuchs in den vergangenen Wochen gesehen. „Meine Nachbarin erzählte, dass er oft bei ihr im Garten ist“, sagt die Anwohnerin der Hermann-Unger-Allee. Und Bekannte von ihr, die in der Straße Am Breil direkt am freien Feld wohnen, haben auf ihrem Grundstück auch schon mehrfach einen Fuchs gesehen, der aber wohl deutlich jünger ist.

„Die Tiere sind schlau und gehen dorthin, wo sie am leichtesten Nahrung finden“, erklärt Jürgen Jansen. Hauptnahrung sind Mäuse, Eiergelege, Obst und kleine Kaninchen. „Wenn sie das aber in der Natur nicht finden, kann es auch das Katzenfutter sein, das Leute nach draußen stellen, Lebensmittelreste aus dem Müll oder Joghurtbecher und Pommesschalen, die sie ausschlecken können. Füchse sind Allesfresser. Und so wie die Menschen, gehen auch Füchse gerne mal auswärts essen.“ Wenn das Nahrungsangebot üppig genug sei, würden die Füchse sogar mitten in der Stadt ihre Jungen aufziehen.

Der Jäger betont, dass man die Füchse auf keinen Fall füttern soll. „Damit lockt man sie an.“ Eine direkte Gefahr gehe von Füchsen zwar nicht aus. „Die Tollwut ist bei uns so gut wie ausgerottet“, sagt der Fachmann. „Der Fuchsbandwurm ist aber eventuell ein Problem.“ Deshalb sollte man den Kot der Füchse, beispielsweise im Sandkasten, großflächig mit einem Beutel entfernen. Und niemand sollte auf die Idee kommen, einen Fuchs einzufangen – egal wie zutraulich der ist. „Das ist dann Wilderei und verboten.“

Wer auch mal in Meerbusch einem Fuchs begegnet, dem gibt Jansen diesen Tipp: „Klatschen Sie in die Hände, dann läuft jedes wilde Tier im Normalfall sofort weg.“ Ansonsten sollte man das Tier einfach aus sicherer Entfernung beobachten. Jansen: „Das ist ein wunderbares Schauspiel.“