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Freunde der Mal-Art mit Ausstellung in der Teloy-Mühle in Meerbusch

Kultur in Meerbusch : Letzte Ausstellung der Mal-Art-Freunde

Die zwölfte Schau des Künstlerkreises in der Teloy-Mühle ist auch die letzte. Nach fast einem Vierteljahrhundert verabschiedet sich die Volkshochschul-Dozentin Erika van de Sandt aus der Stadt Meerbusch.

Die meisten Gäste bei der Vernissage zur aktuellen Ausstellung in der Teloy-Mühle haben die Begrüßung durch Erika van de Sandt mit einem lachenden und einem weinenden Auge verfolgt. denn man konnte der 74-jährigen Leiterin des Malkreises Mal-Art deutlich anmerken, dass sie sich freute, nach Monaten der Pandemie mit zwölf Teilnehmern endlich wieder eine Ausstellung bestücken und Publikum begrüßen zu dürfen. Zugleich wusste sie aber: Es würde die letzte Ausstellung der Gruppe Mal-Art sein, die immerhin schon seit dem Jahr 1997 unter van de Sandts Leitung gestanden hat.

Einige der Teilnehmer waren sogar von der ersten Stunde an dabei, wie etwa Erika Vey. Sie hat zu der aktuellen Ausstellung nicht nur selbst Bilder beigesteuert, sondern zur Vernissage auch einen Blumenstrauß und herzliche Worte des Dankes an ihre Wegbegleiterin.

Denn als Wegbegleiterin sieht sich Erika van de Sandt selbst auch. Die Tönisvorsterin hat das Malen von der Pike auf, aber nicht akademisch gelernt. Erste Ausbilder waren Diana Ettl aus Viersen und der Kunstmaler Wilhelm Thelen aus Düsseldorf, bevor mit Paul Werner Söchtig der bekannte Meerbuscher Maler und VHS-Dozent in ihr künstlerisches Leben trat.

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Als dieser 1997 die Leitung des Volkshochschulkurses abtreten musste, trat Erika van de Sandt in seine Fußstapfen. Die naturalistische Malweise des verehrten Meisters begeistert sie bis heute, und auch der Stil alter holländischer Meister lässt sich gut in ihren Werken ablesen. Trotzdem betrachtet sich die „Lehrerin“ noch immer als Lernende. Deshalb ist es für sie in all den Jahren auch der bewegendste Moment, wenn es einem Kursteilnehmer gelingt, das endlich zu schaffen, was er sich selbst vorgenommen hat. Aus eigener Erfahrung erinnert sich van de Sandt an die vielen Male, die man etwas ohne Erfolg versucht – und dann endlich klappt es.

Auch in dieser Ausstellung sind solche Momente zu erkennen. Die Bilder der einzelnen Teilnehmer zirkeln manchmal genau um diesen Punkt. Das eine Werk ist zwar technisch wunderbar umgesetzt, aber erst das nächste hat dann das berühmte Etwas, das den Betrachter neben der malerischen Perfektion auch berührt. Dies ist der magische Augenblick, der aus Malerei Kunst werden lässt. Der eine erreicht ihn früher, der andere später. So sind in der Ausstellung neben alten Hasen eben auch neuere Talente dabei, die erst zwei oder drei Jahre zum Kreis um van de Sandt gehören.

Auch wenn ihre Zeit in Meerbusch nun an ihr Ende gekommen ist, will van de Sandt so lange malen und auch unterrichten, wie es die Gesundheit erlaubt. So ist sie seit 1998 auch für die VHS im Kreis Viersen und seit sechs Jahren für die VHS Kaarst-Korschenbroich tätig und wird auch weiterhin dorthin pendeln. Die Zeit dazwischen zieht es sie oft in die Niederlande, wo sie selbst auf die Suche nach Motiven und Landschaften geht. In der Natur haben es ihr oft die angeblichen Unkräuter angetan, deren „ganze Schönheit sie in der Blüte“ einfängt – so wie bei den beiden Disteln, die aktuell den Eingang im Mühlenrund flankieren. Dahinter eröffnet sich dem Betrachter dann die ganze Welt der Malerei von packenden Portraits über fesselnde Landschaften bis hin zu detaillierten Blumen und leuchtenden Stillleben, die ebenso unterschiedlich sind wie das dahinter stehende Dutzend Künstler.