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Meerbusch: Forscher mit Zertifikat

Meerbusch : Forscher mit Zertifikat

Die Realschule Osterath hat eine Kooperation mit der Universität Bielefeld besiegelt. Die Meerbuscher Bildungseinrichtung ist dabei in bester und internationaler Gesellschaft.

Osterath Sie lernen Geheimschrift und dürfen mit Säure spielen. Zu einem wahren Abenteuerunterricht sind Meerbuschs Viertklässler ab sofort in die Realschule Osterath eingeladen. Die weiterführende Schule ist nun zertifiziertes Netzwerkmitglied der Forschungsaktion "Teutolab" der Universität Bielefeld. Und schon in der ersten offiziellen Unterrichtseinheit mit der Klasse 4a der St.-Mauritius-Grundschule aus Büderich geht es spannend zur Sache. Besonders, weil der theoretische Teil zwar von zwei "echten" Chemielehrerinnen abgehalten wird, den praktischen Teil hingegen Zehntklässler der Realschule übernehmen.

"Ich will später Chemielaborant werden", sagt Till Gronau. Der 16-Jährige ist gemeinsam mit Alina Heckenbach (15) Teamleiter und begleitet rund zehn Schüler der Mauritiusschule bei den Experimenten. "Das ist toll", sagen die Jungs Ben (10), Jan (9) und Anton (9) der Klasse 4a. In weißen Kitteln stehen sie um den großen Tisch und schauen zu, wie mit Hilfe eines Indikators Säure von Lauge unterschieden werden kann.

"Wir haben vorher Rotkohl geschnitten und ihn mit Wasser aufgekocht", erklärt Till den kleinen Zuhörern. Mit Schutzbrillen und offenen Mündern stehen sie staunend da. Vor ihnen sind Reagenzgläser mit Zitronensäure und Seifenlauge aufgebaut. Das Glas mit Rotkohlwasser ist dunkelblau. Dann geben die "Lehrer" aus der zehnten Klasse die blaue Flüssigkeit zu den vorbereiteten Reagenzgläsern hinzu. Die Säure verfärbt sich rot, die Lauge grün. "Ich freu mich schon auf den Chemieunterricht auf dem Gymnasium", sagt die zehnjährige Johanna begeistert.

Im Hintergrund sind noch andere Anwesende erfreut. Der Miterfinder des "Teutolab", Dr. Rudolf Herbers, von der Uni Bielefeld überreicht Schulleiter Burkhardt Wahner den Kooperationsvertrag. Damit reiht sich die Osterather Institution als teilnehmende Schule in ein Netzwerk ein, das international ist. "Wir arbeiten unter anderem mit Schulen in Berlin, Kairo, Shanghai, Stockholm und Verona zusammen", sagt Dr. Herbers. Dabei sei es selten, dass Realschulen mit in das Programm genommen werden. "Das zeichnet die besonders hohe Qualität der Schule aus", lobt er. Verantwortlich für die Einführung der Chemieaktion an der Realschule sind die beiden Chemielehrerinnen Gabi Michels und Marina Fliter. Sie haben 18 Zehntklässler fast zwei Monate ausgebildet, damit diese als "Lehrer" den praktischen Teil durchführen können. Dass das Programm bei den Grundschülern gut ankommt, kann Klassenlehrerin Carolin Maaßen bestätigen. "Morgen werden wir bestimmt eine Stunde über die Experimente sprechen", sagt sie. "Das läuft hier so gut, da gibt's keine andere Wahl."

(RP)