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Meerbusch: Fluglärm: Neue Bürgerinitiative

Meerbusch : Fluglärm: Neue Bürgerinitiative

Lärm durch Flugzeuge, die den Düsseldorfer Flughafen ansteuern oder von dort abheben, ist nicht nur ein Büdericher Problem. Viele Düsenjets überfliegen Lank in Höhe von rund 650 Metern. Jetzt regt sich dort Widerstand.

Idyllisch und dennoch belebt, ruhig im Grünen gelegen und trotzdem in der Nähe vieler Großstädte – in Meerbusch könnte es fast perfekt sein. Wenn nur der Flughafen Düsseldorf International nicht wäre. Von seinem Atelier in Lank-Latum aus beobachtet Arno Mair-Grüneklee täglich Jets, die mit Kurs auf den Düsseldorfer Airport über ihn hinwegdüsen. "30 Prozent der Flugzeuge fliegen über Lank", sagt der Künstler, der seit vier Jahren in Lank-Latum lebt. "Bisher haben die Fluglärmgegner hier aber überhaupt keine Lobby", stellt er fest. Die Aktivisten gegen den Düsenlärm säßen allesamt in Büderich, in Lank hingegen nähmen die meisten Anwohner ihr Schicksal einfach hin. "Die Leute erscheinen mir eher hoffnungslos hier", sagt Mair-Grüneklee.

Ein zweistrahliger Düsenjet fliegt in niedriger Höhe über den Wasserturm. "30 Prozent der Flugzeuge fliegen über Lank", sagt der Lanker Arno Mair-Grüneklee. "Oft in einer Höhe von weniger als 650 Meter." Foto: Arno Mair-Grüneklee

Das will er nun zunächst mit einer neuen Internetseite ändern. Darauf sind mit Datum, Uhrzeit und Flughöhe die Flieger verzeichnet, die über Lank-Latum hinweg fliegen. Nach Meinung von Mair-Grüneklee sind die Flüge über Lank unnötig. "Man könnte die Routen ändern und weiter westlich um den Stadtteil herumfliegen. Das ist doch dicht besiedeltes Gebiet hier", führt er an. Auch über die Gründung einer neuen Bürgerinitiative denkt er nach. Mit dem Vorsitzenden des Vereins "Bürger gegen Fluglärm", Christoph Lange, hat er bereits Kontakt aufgenommen. "Es geht mir darum, Transparenz für die Anwohner zu schaffen", erklärt der Lanker seine Motivation. Auch bei dem geplanten Funkturm in Nierst ist ihm nicht wohl zumute. Befürchtet wird noch mehr Luftverkehr. Seine Internetseite, die unter Verwendung von Daten der Deutschen Flugsicherung entstanden ist, hat er gestern freigeschaltet, "um die Bürger in Lank aufzurütteln".

Eine Begründung für die Wahl der konkreten Flugroute hat man bei der Deutschen Flugsicherung. Denn: "Die kürzeste ist nicht immer die schnellste und auch nicht die billigste Route", weiß Axel Raab, Pressesprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS). Die genaue Route wähle der Pilot in Abhängigkeit der Wetterverhältnisse aus. "Bei Flügen von und nach Nordamerika geht es vor allem um den so genannten jet stream über dem Atlantik", sagt Raab. Denn bei Rückenwind zu fliegen spart Treibstoff und Zeit, deswegen versuchen die Piloten bewusst, sich diese Windverhältnisse zunutze zu machen. "Die Flughöhen von 650 Metern wie über Lank sind aber im Rahmen", sagt Raab. Sie seien auch mit der Fluglärmkommission abgesprochen. Außerdem betrage der Mindestsicherheitsabstand lediglich 150 Meter.

Dass sich an den Flughöhen etwas ändern wird, glaubt auch Arno Mair-Grüneklee nicht. Für eine Flugroutenänderung will er allerdings eintreten, um den Lärm für die Lanker zu minimieren.

www.lankflug.de

(RP)