Meerbusch: Flüchtlingsheim hat jetzt Internetanschluss

Meerbusch: Flüchtlingsheim hat jetzt Internetanschluss

Die syrischen Bürgerkriegsflüchtlinge in Bösinghoven können endlich mit ihren Familien skypen

Die 24 syrischen Bewohner des Flüchtlingsheims in Bösinghoven konnten bislang nur eingeschränkt Kontakt zu ihren Familienangehörigen und Freunden in der Heimat aufnehmen. "Von dem wenigen Geld, das die jungen Männer im Monat bekommen, kaufen sie sich Prepaid-Karten, um ihren Familien zu schreiben oder mit ihnen zu telefonieren", erklärt Gerd Büttner, Nachbar und helfende Hand für die Flüchtlinge. Damit ist seit gestern Schluss. Das Heim hat jetzt einen Internetzugang. Büttner sagt: "Eine Internet-Verbindung erleichtert den Flüchtlingen die Kontaktaufnahme mit Familie und Freunden".

Zum Beispiel Ahmed Al-Hussain (24). Er floh vor fünf Monaten aus dem syrischen Aleppo. "Ich probiere jeden Tag, mit meiner Familie zu telefonieren", sagt er. Al-Hussain macht sich große Sorgen, weil es am Donnerstag erneut zu schweren Gefechten in Aleppo kam. Der 20-jährige Mohammed Mezgen floh vor sechs Monaten aus Syrien und ist von der freundlichen Aufnahme in Meerbusch begeistert. "Alle sind so nett und helfen uns", sagt er. Bislang bestand allerdings keine Möglichkeit, von der benachbarten Geschäftsstelle des TuS Bösinghoven zum Flüchtlingsheim eine Internetverbindung zu legen.

Mit diesem Problem wandten sich Gerd Büttner und Frank Laskowski, Vize-Vorsitzender des TuS, an Marc Janßen (Piratenpartei) gewandt. Der stellte den Kontakt zum gemeinnützigen Verein "Freifunk Rheinland" her. Ziel des Vereins ist der freie Internetzugang über WLAN für alle Bürger. "Dabei haben besonders sozial Benachteiligte Priorität", erklärt Lukas Lamla, Landtagsabgeordneter der Piraten.

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"Freifunk" stellt dem Bösinghovener Flüchtlingsheim seit gestern zwei Router zur Verfügung, Laskowski steuert in wenigen Tagen auch einen PC bei. "Dann können die Flüchtlinge mit ihren Angehörigen skypen", erklärt Büttner.

Für die freundliche Aufnahme in Meerbusch haben sich die syrischen Bürgerkriegsflüchtlinge bei ihren Nachbarn bereits bedankt: Sie luden die Bösinghovener zu einem Abend mit syrischen Köstlichkeiten ein.

(RP)
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