Flüchtlinge in Meerbusch: Keine Sanierung an der Strümper Straße

Flüchtlinge in Meerbusch : Keine Sanierung an der Strümper Straße

Die Stadt will die umstrittenen Flüchtlingsunterkünfte an der Strümper Straße vorerst nicht sanieren. Grund ist, dass ab 2021 eine andere Unterkunft wegfallen soll. Deswegen können die Wohnungen nicht aufgegeben werden.

Die Flüchtligsunterkünfte in Meerbusch sind nicht voll ausgelastet. Das steht in einer Informationsvorlage der Stadt Meerbusch. Von 596 Plätzen sind aktuell 450 belegt. Insgesamt sind also 146 Plätze in den Flüchtlingsunterkünften frei, lediglich die Unterkünfte an der Strümper Straße 81 und 83 in Osterath sind voll belegt. 20 Plätze gibt es an der Strümper Straße, alle werden genutzt. In Meerbusch wird schon länger diskutiert, die baufälligen Unterkünfte an der Strümper Straße zu schließen – oder zumindest zu sanieren.

Das könne man aktuell aber nicht machen, sagt die Stadt Meerbusch. „Auch wenn die Platzversorgung derzeit noch weitere Aufnahmen zuließe, bleibt die weitere Entwicklung in der Flüchtlingspolitik und damit der Zuweisungen abzuwarten“, erklärt Frank Maatz, Erster Beigeordneter der Stadt. Außerdem werde Anfang 2021 zwischen Fröbelstraße und Hochstraße in Osterath gebaut, die Unterkunft an der Fröbelstraße 4 wird dann abgerissen. Deswegen könne man nicht parallel auf die Unterkünfte an der Strümper Straße verzichten.

Die SPD reagierte verärgert, als die Informationsvorlage im Sozialausschuss vorgetragen wurde. „Ich bin einigermaßen irritiert, dass wir hier vor vollendete Tatsachen gestellt werden“, sagte Heidemarie Niegeloh von der SPD im Sozialausschuss. Die Wohnsituation an der Strümper Straße ist schon länger ein Problem. In den Wohnungen wohnen neben geflüchteten Personen auch Wohnungslose. Die Gebäude wurden 1968 gebaut und seitdem nicht mehr nennenswert saniert, sagt die SPD. Deswegen sei man schon länger dafür, dass sich an der Strümper Straße was tut.

Das soll jetzt aber, zumindest in den von Flüchtlingen bewohnten Gebäuden, nicht passieren. „Wenn die Fröbelstraße wegfällt, haben wir ein Problem“, sagte Frank Maatz im Sozialausschuss. Wie viele neue Flüchtlinge Meerbusch in den nächsten Jahren bekomme, sei nicht absehbar, argumentierte Maatz. Sein Kollege Peter Annacker, Bereichsleiter für Soziale Hilfen der Stadt Meerbusch, pflichtete ihm bei: „Wir wollen nicht wieder Turnhallen belegen müssen“, sagte Annacker im Sozialauschuss.

Insgesamt 188 Flüchtlinge kamen in diesem Jahr nach Meerbusch, Stichtag der Berechnung war der 31. Oktober. Das sind 19 weniger als im Vorjahr und 102 weniger als im Jahr 2016. Die Tendenz ist also weiter sinkend. Außerdem konnten 103 Flüchtlinge einer Wohnung zugewiesen werden, jedoch 75 weniger als im Vorjahr. Von den 348 leistungsberichtigten Flüchtlingen, die in den Unterkünften wohnen, haben 68 Personen eine „gute Bleibeperspektive“. Das heißt, sie könnten auch eigene Wohnungen beziehen. Das ist bisher aber noch nicht passiert. Die Stadt sei bemüht, den Menschen schnell eine Wohnung zuzuweisen, so Frank Maatz. Aber man müsse aufpassen, keine „sozialen Brennpunkte“ zu schaffen.