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Meerbusch: Firmen teilen sich Elektro-Auto

Meerbusch : Firmen teilen sich Elektro-Auto

Im Mollsfeld startet ein wohl deutschlandweit einmaliges Modellprojekt: Vier Firmen, WBM und Stadt wollen einen mit Strom betriebenen Kleinwagen gemeinsam nutzen. Ziel: Mehr Akzeptanz fürs E-Auto.

Dem Kleinwagen fehlt etwas. Beim Druck aufs Gaspedal reagiert der nagelneue Mitsubishi brav und zügig und reiht sich problemlos in den fließenden Verkehr ein. Doch je schneller der 67-PS-Viertürer wird (maximal 130 km/h), desto mehr fällt auf, dass nur das Rollen der Reifen und der Fahrtwind zu hören sind.

Kein Motorgeräusch. Die 35 000 Euro teure Neuanschaffung, die nun Epson, Kyocera, Athlon Car Lease, SSF Schwimmbad GmbH, WBM und Stadtverwaltung gemeinsam nutzen wollen, hat keinen Verbrennungsmotor. Der "i-Miev" Automatikwagen fährt mit ("grünem") Strom und bringt es mit einer Batterieladung auf bis zu 150 Kilometer Reichweite.

"Wohl deutschlandweit einzigartig" nennt Wirtschaftsförderin Heike Reiß das nun startende Modellprojekt der "E-nitiative Mollsfeld". Firmen, Versorger und Stadt haben einen Leasing-Vertrag geschlossen und wollen das Elektroauto nun ein halbes Jahr lang testen — etwa für Kundentermine in der näheren Umgebung oder Fahrten zum Flughafen.

Natürlich ist ein "sauberer" Kleinwagen für mehrere hundert Angestellte und Beamte viel zu wenig, aber den Initiatoren geht es ja in erster Linie darum, das abgasfreie Auto bekannter zu machen und Hemmschwellen abzubauen. Ein Anreiz soll der Preis sein: Vier Stunden im Elektromobil sollen 20 Euro, 24 Stunden 50 Euro kosten. Sprit, also Strom, inklusive.

Wobei zwischen den Ausleihzeiten immer ein zweistündiges Zeitfenster fürs Aufladen eingeplant ist. Die Strom-Zapfsäule steht bei Athlon, den aktuellen Ladestand kann man auf einer Anzeige am Armaturenbrett sehen.

"Unsere Erfahrung ist, dass 80 Prozent der Nutzer mit Mietwagen nicht mehr als 60 Kilometer pro Tag fahren. Dafür wäre der ,i-Miev' ideal", sagt Carsten Claßen von Athlon. Nach Ende der Probezeit wollen die Leasingpartner entscheiden, ob weitere Elektroautos angemietet werden. Parallel wollen Epson und WBM eigene Elektro-Autos anschaffen, auch die SSF Schwimmbad GmbH denkt "mittelfristig" darüber nach.

Bürgermeister Dieter Spindler unterstrich, dass sich die Stadt für erneuerbare Energien stark mache. Er verwies auf den gerade gefassten Beschluss der Politik, den groß angelegten Aufbau von Solarzellen auf Meerbuscher Schul- und Verwaltungsdächern zu erlauben. WBM-Chef Albert Lopez kam darauf zurück und kündigte an, dass die WBM die für die Finanzierung der Photovoltaik auf öffentlichen Dächern geplante Bürgersolargenossenschaft unterstützen wolle.

(RP)