Genuss aus Meerbusch Von der Wilden Hilde und einem Schwarz-Bier

Strümp · Fast auf den Tag genau zwei Jahre ist es her, dass Michael „Ritchy“ Wolter das Meerbuscher Stadtbier vorgestellt hat – Silvester 2019 zur 50-Jahr-Feier von Meerbusch. Seitdem ist in der kleinen Firma viel passiert.

 In diesen großen Kesseln, vor denen Andrea Schlarmann und Michael Wolter stehen, wird das Meerbusch-Bier in mittlerweile sieben Sorten gebraut.

In diesen großen Kesseln, vor denen Andrea Schlarmann und Michael Wolter stehen, wird das Meerbusch-Bier in mittlerweile sieben Sorten gebraut.

Foto: RP/Anke Kronemeyer

Sie heißen Blonde, 755 Sundowner, Wilde Hilde, Noir, Beltane und Jimbock. Zusätzlich zum schon bekannten Meerbuscher Stadtbier ist damit die Palette an Biersorten auf stattliche sieben Sorten angewachsen. Allen gemeinsam: Sie werden in Strümp an der Berta-Benz-Straße gebraut. Kaufen kann man sie dort direkt „ab Hof“, aber auch im Handel in Meerbusch. Und verkosten kann man die Getränke mittlerweile in einigen Lokalen.

Dass Michael Wolter, gerade 53 Jahre alt, einmal Bier brauen würde, stand schon lange fest. Als er als junger Mann bei Edeka Müller in Strümp in der Lehre war, beschäftigte er sich schon mit dem Thema – und braute irgendwann sein eigenes Bier. Auf dem heimischen Herd, im Kochtopf. „Da konnte ich gut experimentieren“, sagt er. Seine berufliche Laufbahn entwickelte sich aber zunächst anders. Er machte sich als Messebauer selbstständig und ist seit 25 Jahren im Messebau tätig, unter anderem für die Messe Düsseldorf, wenn dort zum Beispiel die Wassersportmesse Boot ansteht. Parallel entdeckte Wolter seine Leidenschaft für das Thema „Outdoor-Living“. So kamen der „Flammkontor“ mit allem rund um das Thema Grillen und Sonnenschutzsysteme hinzu.

All’ das hat seit zwei Jahren im Gewerbegebiet Bundenrott eine schöne, neue große Heimat auf zwei Stockwerken. Dort „fügt sich eins zum anderen“, wie Wolter es beschreibt. Für Messen bauen, Bier brauen, Grillgeräte und -zubehör sowie Sonnenschutz verkaufen: In den Räumen an der Berta-Benz-Straße ist alles möglich – sogar Workshops geben. Denn nicht nur Wolter gibt als Biersommelier sein Wissen gerne weiter, auch seine Frau Andrea Schlarmann hat sich erst als Ernährungsberaterin, dann als Gewürzsommelier ausbilden lassen und lädt zu verschiedenen Terminen zu Kursen ein. Die heißen dann „Geh doch dahin, wo der Pfeffer wächst“ oder „Some like it hot“.

Wolter, der Firma und Produkte „Corma“ genannt hat und so an die Kelten als „Erfinder“ des Bierbrauens erinnert, spricht gerne über Bier und Brautechniken, erklärt lang- und kurzkettige Hefen, beschreibt, wie die Röst-Aromen hinein kommen und er weiß auch, was es mit dem Alkohol auf sich hat, vor allem mit dem deutschen Reinheitsgebot. Denn das gilt für ihn natürlich genauso wie für alle anderen Brauer.

Er weiß auch, dass die neuen Biersorten seit einigen Jahren im Trend sind – nicht nur, aber auch seitdem es Craftbiere gibt. Früher sei der Deutsche markentreu gewesen und habe nur „sein Bier“ getrunken, so Wolter. „Das hat sich geändert, jetzt probiert man immer mal wieder etwas anderes aus.“ Und für diese Geschmacksexperimente bietet sich sein Portfolio an: Sein Honigbock, den er zu Ehren von Hildegundis von Meer „Wilde Hilde“ nennt, hat eine süßliche Note, das Noir erinnert an das schwarze irische Bier, und den Goldblock Beltane empfiehlt er als Bier zum 1. Mai. Eine rauchige Note prägt den Jimbock, ein Bier, das in Jim-Beam-Holzfässern gereift ist. Und den 755 Sundowner sollte man am besten mit Blick auf den Rhein genießen, nach dessen Rheinkilometer er benannt ist.

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