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"Feuerwerk" beim Heimspiel des TSV Meerbusch

Umstrittene Fan-Aktion am Sonntag : Kritik an „Feuerwerk“ beim TSV-Heimspiel

Fan-Aktion der Nachwuchsspieler des TSV Meerbusch hat einige Zuschauer besorgt. Sportlicher Leiter gibt Entwarnung.

Aufregung beim Heimspiel des Fußball-Oberligisten TSV Meerbusch am Sonntag gegen Kleve: Einige Zuschauer hatten beobachtet, wie eine Gruppe von C- und D-Jugendspielern des Vereins vor Spielbeginn und während der ersten Halbzeit am Spielfeldrand Feuerwerkskörper abbrannte. Sogar von Bengalos war die Rede.

Ein Zuschauer erzählte nach dem Spiel: „Wenn Verantwortliche aus dem Verein so etwas gemeinsam mit den Kindern veranstalten, dann muss man sich nicht wundern, wenn diese später als Erwachsene verbotenerweise mit Bengalos ins Stadion zu Bundesligaspielen gehen.“ Er fragt: „Wie sind die überhaupt daran gekommen?“ Er wolle kein Spaßverderber sein. „Ich verstehe, dass die Kinder ihre Mannschaft anfeuern wollen. Aber einige Zuschauer haben das Geschehen am Sonntag durchaus mit Sorge beobachtet.“

Christoph Peters, sportlicher Leiter 1. und 2. Herren, war bei der Aktion dabei und wehrt sich gegen die Kritik. „Niemals würden wir Kindern Bengalos oder irgendwelche gefährlichen Feuerwerkskörper in die Hände geben.“ Die Fangruppe des TSV habe lediglich Tischfeuerwerke in den Vereinsfarben Blau und Gelb abgebrannt. „Die sind absolut ungefährlich, werden normalerweise in Torten gesteckt und sind für Kinder ab sechs Jahren frei gegeben“, betont Peters, der die Fangruppe mit bis zu 15 Jugendspielern betreut und auch mit ihnen zu Auswärtsspielen fährt. Noch dazu hätte sich die Gruppe extra rund 50 Meter vom Platz weggestellt und permanent darauf geachtet, aus welcher Richtung der Wind kommt, um niemanden durch den Rauch zu belästigen. „Die ganze Zeit über war einer von uns Erwachsenen dabei. Wir haben auch vorher den Schiedsrichter gefragt, der nichts gegen die Aktion einzuwenden hatte.“

Hintergrund des Spektakels: Die zwölf- und 13-jährigen Jugendspieler wollten ihrer Mannschaft beim Heimspiel etwas Besonderes bieten. „Diese Fangruppe hat sich erst vor ein paar Monaten zusammengefunden und unterstützt das Team seitdem bei den Spielen mit harmlosen Fangesängen und Getrommel“, erklärt Peters. „Die Spieler aus der 1. sind für die Jungs, die sogar zu jedem Training kommen, wie Paten und kümmern sich ganz toll um sie.“ Nach dem Sieg am Sonntag durften die Kinder beispielsweise in der Kabine mitfeiern. Peters: „Das ist ein besonderer Zusammenhalt im Verein, auf den wir stolz sind.“ Er hätte sich gewünscht, dass die verärgerten Zuschauer ihn direkt angesprochen hätten. „Jeder kennt mich, und jeder hat mich am Sonntag gesehen. Wa­rum sucht man nicht das Gespräch mit mir? Dann wären diese üblen Gerüchte gar nicht erst entstanden.“