Meerbusch: Feuerwehr in Warteschleife

Meerbusch : Feuerwehr in Warteschleife

Die Zustimmung zum Bedarfsplans 2009 bis 2014 gab es erst im fünften Anlauf. Noch muss der Stadtrat das Papier verabschieden. Die FDP kritisiert fehlende und unzureichende Antworten.

Wolfgang Müller malte den "Teufel an die Wand". Der Zentrums-Abgeordnete im Stadtrat sah das "Haus abgebrannt oder den Notleidenden verstorben", wenn die Politik nicht endlich den Feuerwehrbedarfsplan 2009 bis 2014 verabschiedet. Viermal war die Zustimmung der Gremien bislang vertagt, und wenn es nach dem Willen der FDP im Haupt- und Finanzausschuss gegangen wäre, auch ein fünftes Mal auf die berühmte lange Bank geschoben worden.

Die Freien Demokraten suchen auch bei der Feuerwehr nach Wegen, Geld einsparen zu können. Dazu haben sie einen langen Fragenkatalog aufgestellt. "Die Antworten haben uns nicht unbedingt weitergebracht, einige stehen noch gänzlich aus", bewertet Ratsherr Klaus Rettig die Informationen der Stadtverwaltung.

Warum solle eine Drehleiter in Büderich stationiert werden? Wäre die Anschaffung einer dritten Drehleiter fürs westliche Osterath nötig oder nur wünschenswert? Ließen sich die Feuerwehrgruppen der Rheingemeinden Nierst und Langst-Kierst auflösen und mit dem Löschzug des größeren Stadtteils Lank-Latum verschmelzen? Die Liberalen unterwarfen sich keinem Denkverbot.

Auch wenn Müllers Vorbehalte als übertrieben bezeichnet wurden, unterstützten ihn Vertreter der CDU, SPD und Grüne in der Weise, dass sie eine erneute Vertagung ablehnten. "Ein solches Signal wäre politisch verheerend", meinte CDU-Fraktionschef Werner Damblon. Jürgen Peters (Die Grünen) sah die Angelegenheit sehr pragmatisch. Der Feuerwehrbedarfsplan sei lediglich ein Rahmenplan, jede Ausgabe und Anschaffung müsse von der Politik zur gegebenen Zeit im Einzelnen beschlossen werden. Insofern sehe er kein Hindernis, dem vielseitigen Plan seine Zustimmung zu geben.

Darin sind unter anderem neue Fahrzeuge im Gesamtwert von rund zwei Millionen Euro vorgesehen. Das Land würde etwa 425 000 Euro Zuschuss zahlen. Der Bau des Feuerwehrgerätehauses in Langst-Kierst sei inklusive der Bürgerräume mit 975 000 Euro veranschlagt und der Anbau für den Mannschaftstransportwagen in Nierst noch nicht beziffert, berichtete Feuerwehr-Dezernentin Angelika Mielke-Westerlage.

Peters schlug vor, die noch ausstehenden Antworten auf die FDP-Fragen und Einzelprobleme in einem Arbeitskreis zu besprechen. Dieser Vorschlag fand bei Bürgermeister Dieter Spindler wenig Gegenliebe. "Wir können das hier im Ausschuss bereden." Darüber hinaus teile er die Vorbehalte der FDP nicht.

Feuerwehrchef Herbert Derks verfolgte die Diskussion gelassen. Im RP-Gespräch beurteilte er etwaige Vorhaben, wie das Auflösen der Löschgruppen in den Rheingemeinden als abwegig. "Das führt auf Dauer dazu, dass sich von dort keiner mehr ehrenamtlich bei der Feuerwehr engagiert."

(RP)
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