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Feinschmecker zeichnet Landbäckerei Hilgers aus Meerbusch aus

Genuss aus Meerbusch : Bestes Backhandwerk aus Osterath

Die Landbäckerei Hilgers wurde vom Feinschmecker-Magazin ausgezeichnet. Die Tester loben die „gemütliche Dorfbäckerei mit appetitlichem Angebot“. Markus Hilgers verwendet keine Zusätze und arbeitet mit regionalen Zutaten.

Als an diesem Morgen das Telefon klingelt, steckt Markus Hilgers mit seinen Händen mitten im Teig für die Brote des nächsten Tages. Es ist immer viel los in der Osterather Backstube. Vor dem Griff zum Telefon muss der Bäckermeister daher erst einmal die Hände waschen. Anlass des Anrufs ist eine Auszeichnung: Die Landbäckerei Hilgers gehört laut der Redaktion des Magazins „Der Feinschmecker“ zu den 500 besten Bäckern in Deutschland 2021.

Damit steht er auf einer Stufe mit der bekannten Bäckerei Hinkel aus Düsseldorf. Bereits seit rund 35 Jahren backt Hilgers, der aus Büderich stammt, an der Strümper Straße in Osterath. Er ist Bäcker mit Leib und Seele und betreibt ein klassisches Geschäft „wie früher“, ohne Schnickschnack und Coffee to go. Der Feinschmecker lobt: „Dem Namenszusatz ,Tradition & Passion’ glaubt man beim Betreten sofort. Gemütlich wie eine kleine Dorfbäckerei und herzlich willkommen geheißen wie ein Stammkunde.“

In der Auslage der Landbäckerei Hilgers liegen Dinkelseelen, Zwiebelbrötchen und Frühstückswecken, Apfelkrusten-, Kartoffel- und Zwirbelbrot, dazu das klassische Finnbrot in der Variante mit Esskastanien oder Walnüssen. „Bei dem appetitlichen Angebot fällt die Auswahl nicht leicht“, so der Feinschmecker. Auch glutenfreie Brote und solche für Allergiker werden auf Vorbestellung gebacken.

„Die Tester vom Feinschmecker kamen irgendwann und haben hier unerkannt eingekauft“, berichtet Hilgers. Sogar in die Mülltonne hätten sie einen Blick geworfen, um zu sehen, was er verarbeite. Da sei er aufmerksam geworden. Auf Verpackung von Zusatzprodukten sind die Tester nicht gestoßen, denn Fertigprodukte und synthetische Zusatzstoffe kommen bei Hilgers nicht in die Backstube. Da ist der 56-Jährige konsequent. Dabei hat er ganz anders angefangen.

Als er vor 40 Jahren seine Lehre begann, kam „alles aus der Tüte“. Das Umdenken begann, als er seine Lehre bei Wolters in Neuss fortsetzte. Dieser verwendete bereits damals fast nur Eigenzutaten. „Wir mussten sogar die Dekore und das Marzipan selbst herstellen“, erinnert sich der Osterather Bäcker. Er ist seinem Lehrherrn heute noch dankbar für diese Sicht der Dinge. Seit Hilgers mit 22 Jahren die Osterather Bäckerei kaufte, hat er sich im Laufe der Jahre von Zusätzen verabschiedet und macht möglichst alles selber. „Meine Brote bereite ich vor und lasse sie dann 48 Stunden im Kühlwagen gehen, bevor ich sie in den Ofen schiebe“, schildert er. In Großbäckereien würden diese schon nach drei Stunden gebacken. Bei Backwaren mit Hefe nimmt er deutlich weniger Treibmittel als üblich. Das macht die Produkte kompakter, plustert sie nicht auf und sorgt für eine natürliche Verteilung der Luft im Backwerk. Zudem kauft er regional ein. Die meisten Mehle und Zutaten kommen aus einer Grevenbroicher Mühle. „Ich weiß, dass Großbäckereien ihre Komponenten und Fertigprodukte durch ganz Deutschland schicken, ich mache dagegen alles an Ort und Stelle“, informiert der Bäcker und Konditor. Nur die Schokolade bezieht er aus Belgien: „Die ist die beste.“

Neben dem Geschäft in Osterath betreibt er nur noch einen Verkaufswagen, der samstags und sonntags in Bösinghoven unterwegs ist. Bleibt etwas übrig, was sich nicht vermeiden lasse, gehen die Reste an Bauer Hüsges gleich nebenan oder an die eigenen Hühner, die im Garten hinter dem Laden zuhause sind. Morgens ist der Bäckermeister bereits um 1 Uhr auf den Beinen, von Freitag bis Sonntag sogar schon vor Mitternacht. Unterstützt wird er von einem Gesellen und einem Lehrling. Seine Frau Andrea schmeißt den Laden und das Büro. „Wir sind ein gutes Team“, betont Hilgers. Ohne Unterstützung seiner Frau ginge es nicht.

„Ganz wie früher schmeckte das Mandelhörnchen“, lobten die Tester vom Feinschmecker übrigens außerdem. Denn natürlich gibt es neben Brot auch Kuchen und Teilchen bei Hilgers an der Stadtbahnhaltestelle Hoterheide.