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Meerbusch: Feier der sechs Gemeinden

Meerbusch : Feier der sechs Gemeinden

Am Wochenende feierten die Katholiken der Pfarrei Hildegundis von Meer in Osterath ihr gemeinsames Pfarrfest. Allein am Samstag kamen 2000 Besucher. Der Regen setzte erst nach dem Konzert der Coverband Remix ein.

Sascha Siemes (zwölf) kneift ein Auge zu und wirft den Tennisball. Treffer. Die Scheibe fällt nach hinten. In einer alpinen Berglandschaft sind die weiteren vier Ziele eingelassen. Es dauert nicht lange, da hat der Osterather alle fünf Bälle geworfen. "Biathlon-Werfen" lautet das Spiel des Jägerzugs Grün Weiße Jungens, das am Wochenende beim Pfarrfest der gesamten Pfarrei Hildegundis von Meer nur eine der vielen Attraktionen war.

Fast 15 000 Katholiken waren nach Osterath eingeladen, um rund um St. Nikolaus das Gemeinschaftsfest zu feiern. "Wir hatten am Samstag schon über 2000 Besucher hier", sagte Burkard Brings, Mitglied des Organisationsteams Pfarrfest. Beim "Tanz unter den Linden" am Samstag ließen es sich die Feierfreunde der sechs Gemeinden richtig gut gehen. Erst zum letzten Lied der Cover-Band Remix fielen die ersten Regentropfen.

Doch vorher wurde der Abend gemeinsam genossen. Da musste nicht unbedingt getanzt werden. "Sagen wir, ich habe mich rhythmisch zur Musik mitbewegt", sagt Pfarrer Norbert Viertel. Unter dem Motto "Miteinander leben" gestaltete Pfarrer Norbert Viertel den Auftaktgottesdienst. Die Kirchenverantwortlichen nutzen den Tag, um für den 5. Oktober Werbung zu machen. Der seit längerem angekündigte "Runde Tisch" soll an dem Mittwoch um 20 Uhr im Pfarrheim Nussschale stattfinden.

Er ist als eine Dialogplattform gedacht, bei der die Katholiken die Kritik aus der Vergangenheit besprechen können. Gleichzeitig weist der Kirchenvorstand darauf hin, dass die große Gemeindeumfrage aktuell läuft. "Wir haben sie nicht verschickt", sagt Prof. Dr. Thomas Stelzer-Rothe vom Pfarrgemeinderat. "Dafür liegt sie noch bis zum 26. September in allen Kirchen aus." Einige Besucher suchten allerdings bereits beim Pfarrfest das Gespräch. Der Großteil genoss das Ereignis jedoch als Familientag. "Das ist ideal. Bei uns bleibt so heute die Küche kalt", sagt Sandra Schneider.

Töchterchen Jana (sieben) zerschlägt gerade mit einem Hammer Erbsen. Vater Markus Schneider darf zuschauen. "Wer gewinnt, bekommt einen kleinen Preis", sagen Hannah, Theresa und Johanna (alle elf) hinter dem Tresen. Die drei Messdienerinnen sind als fleißige Helfer fast überall zu finden. 200 Helfer sind beim Pfarrfest im Einsatz. Viel zu tun haben auch Ulla und Nadine Ziebert vom katholischen Kindergarten. An ihrem Stand sind Bilder der kleinen Lina aufgehängt.

Die Dreijährige aus Osterath ist an Leukämie erkrankt. Spenden sammeln für die Typisierungsaktion am 15. Oktober (siehe Kasten) ist nun angesagt. "Ihre einzige Überlebenschance ist eine Stammzellenspende. Es ist sehr wichtig, dass viele mitmachen", sagt Nadine Ziebert: "Die kleine Lina will leben."

(RP)