Meerbusch: Fast 700 Meerbuscher protestieren beim Bischof

Meerbusch : Fast 700 Meerbuscher protestieren beim Bischof

Sie bitten den Bischof nach dem Ausschluss von Hubert Kräling aus dem Pfarrgemeinderat um Vermittlung

Im Streit in der mit rund 15.000 Katholiken größten Meerbuscher Pfarrgemeinde Hildegundis von Meer haben jetzt 687 Meerbuscher Bischof Mussinghoff um Vermittlung gebeten. Eine entsprechende Unterschriftenliste hatten die Mitglieder des Ortsausschusses St. Pankratius Ossum-Bösinghoven und der Vorstand des Bürgervereins Bösinghoven in den vergangenen Tagen gesammelt.

Anlass des Streits ist der Rauswurf des Bösinghovener Pfarrgemeinderatsmitglieds Hubert Kräling durch Pfarrer Norbert Viertel. Er wirft Kräling Vertrauensbruch vor und hatte ihm die Teilnahme an der jüngsten Pfarrgemeinderatssitzung versagt. Laut Satzung bedarf es zum Ausschluss eines Pfarrgemeinderatsmitglieds zunächst eines entsprechenden Mehrheitsbeschlusses; anschließend wird die Schiedsstelle des Bistums mit dem Fall betraut. Beides war zum Zeitpunkt des Rauswurfs nicht gegeben. Mit ihrer Unterschrift protestierten die Katholiken auch gegen den Ausschluss von Hubert Kräling.

"Wenn Unrecht geschieht, muss man seine Stimme erheben", sagt Michaela Freifrau Hereman, Mitglied des Ortsausschusses. "Es bedrückt uns zunehmend, dass in den vergangenen Jahren nicht nur Hauptamtliche wie zuletzt Pfarrer Schagen, sondern inzwischen auch mehr als 20 Ehrenamtliche unter Druck resignierten, weil sie den menschlichen Umgang mit ihnen seitens der Gemeindeleitung als so schwierig empfanden, dass ihnen die Zusammenarbeit nicht mehr möglich war." Mit der Unterschriftenaktion habe der Ortsausschuss offene Türen eingerannt, berichtet Rösel Schumacher. "Die Leute haben darauf gewartet. Es herrscht eine große Empörung weit über die Grenzen Bösinghovens hinaus." Auch aus anderen der Großpfarrei zugehörigen Gemeinden wie Osterath oder Lank-Latum seien Unterschriften gekommen. Die Liste hat der Ortsausschuss jetzt zu Bischof Mussinghoff nach Aachen geschickt. Das Bistum hatte auf RP-Anfrage angekündigt, es werde mit den Beteiligten sprechen.

(mrö)