Meerbusch: Fahrräder vor Diebstahl sichern

Meerbusch: Fahrräder vor Diebstahl sichern

280 Fahrräder wurden im vergangenen Jahr in Meerbusch gestohlen. Ein Teil davon konnte dank Codierung dem Besitzer zurückgegeben werden.

Seit mehr als 25 Jahren werden Fahrräder codiert. Auch wenn sich die Art der Kennzeichnung vom Einstanzen hin zum Aufkleber geändert hat: Dem Fahrrad eine Nummer zu geben, gilt nach Ansicht der Polizei immer noch als beste Möglichkeit, nach einem Diebstahl das Rad wieder zurückzubekommen. "Über die Nummer auf dem Fahrrad können wir in unserem System den Besitzer identifizieren und kontaktieren", erklärte gestern Kriminalhauptkommissar Thomas Matheisen bei einem Pressetermin in Sachen Codierung.

Für Rosemarie Wichmann aus Norf war die Codierung ihres Rades ein großer Glücksfall. Sie fährt mit ihrem E-Bike regelmäßig auch lange Strecken. Vor einigen Monaten stellte sie mit Schrecken fest, dass jemand das wertvolle Rad aus ihrer Tiefgarage gestohlen hatte. Was sie nicht wusste: Polizisten war ein Verdächtiger kurz zuvor mit genau ihrem Rad aufgefallen - also praktisch, noch bevor die Besitzerin den Diebstahl registriert hatte. Als sie Anzeige erstattete, erfuhr sie gleich von der guten Nachricht: Ihr Fahrrad ist gefunden. Dank der Codierung konnte sie als Besitzerin identifiziert werden.

"Einen Diebstahl zu verhindern, ist natürlich nie hundertprozentig möglich", sagt Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. "Aber wenn es mal dazu kommen sollte, kann man zumindest die Chance einer Zuordnung möglich machen." Thomas Gilleßen, Kriminalhauptkommissar im Bereich Kriminalprävention, gibt trotzdem wertvolle Tipps: "Das Fahrrad immer an öffentlichen Orten abstellen und nicht nur abschließen, sondern vor allem mit einem stabilen Schloss anschließen." Vor allem präventiv sollte aber auch das Fahrrad codiert werden, damit bei einem Fahrradfund der Besitzer zugeordnet werden kann. Auch mögliche Diebe sollen dadurch abgeschreckt werden, denn die Wahrscheinlichkeit, durch die Codierung überführt zu werden, ist groß.

Die Polizei im Kreis Neuss arbeitet in Sachen Codierung auch mit zwölf örtlichen Fahrradhändlern zusammen. Seit knapp einem Jahr wurden dadurch mehr als 2000 Fahrräder gekennzeichnet. Viele Fahrradhändler bieten die Codierung beim Kauf direkt kostenlos an. Ansonsten werden die Räder auf den Polizeiwachen oder bei Aktionstagen codiert.

Fahrraddiebstahl gehört in Meerbusch fast zum kriminellen Alltag der ermittelnden Beamten: Die 280 gestohlenen Räder aus dem vergangenen Jahr standen zum großen Teil an den Bahn-Haltestellen in Osterath und Büderich. Genau dort werden in diesen Tagen von der Stadtverwaltung Fahrradboxen aufgestellt, um die Räder vor Diebstahl zu sichern.

(ak/lr)