Meerbusch: Fahrrad passt nicht in die neue Box

Meerbusch: Fahrrad passt nicht in die neue Box

Die neuen Fahrradboxen, die die Stadt vermietet, sind für einige Räder zu klein. Schade, findet Tim Köhn.

Tim Köhns Fahrradbox ist die Nummer 1 in Büderich am Landsknecht. So euphorisch war er, als er von den neuen Fahrradgaragen erfuhr, die die Stadt Meerbusch vor kurzem aufgestellt hat. "Ich habe mir direkt eine reserviert und gedacht: Das ist es!" Köhn pendelt mit der Bahn zur Arbeit, wollte die Strecke zur Haltestelle künftig gerne mit dem Fahrrad zurücklegen und es sicher am Landsknecht abstellen. Eine super Idee seien die Boxen gewesen. "Ich war hellauf begeistert." Jetzt steht Köhns Fahrrad jedoch wieder in seiner Garage. Denn: Es passt nicht in die Box.

Viel fehlt zwar nicht, vielleicht sind es zwei, drei Zentimeter, die verhindern, dass Köhn das Rad bequem in die blaue Kiste schieben kann. Doch der Lenker stößt gegen den Querträger. Das Hinterrad anzuheben, hilft nicht. Schräg passt es auch nicht rein. Einmal habe er es mit viel Mühe geschafft, "das war ein erheblicher Aufwand und beim Versuch, es wieder rauszuholen, habe ich mir direkt die Klingel zerkratzt", sagt Köhn. Der Meerbuscher hat sein Rad beim Fahrradhändler extra ergonomisch einstellen lassen. Den Lenker niedriger zu stellen, ist für ihn daher auch keine Lösung.

Köhn befürchtet nun, dass es auch anderen Meerbuschern so gehen könnte wie ihm. Am Landsknecht hat er mehrere Fahrräder miteinander verglichen und festgestellt, dass sein 28-Zoll-Fahrrad jedenfalls nicht außergewöhnlich groß ist. 1,80 Meter ist Köhn groß, Durchschnitt also. Es wäre hilfreich gewesen, vorher zu wissen, dass die Box nicht passend für jeden Fahrradtyp ist. "Diese Frage hat sich für mich aber gar nicht gestellt. Ich bin einfach davon ausgegangen", sagt Köhn. Den Vertrag abzuschließen, nach Lank zu fahren, um dort den Schlüssel abzuholen - all das habe schließlich auch Zeit gekostet. Jetzt hofft er, dass er von seinem Vertrag mit der Verwaltung noch zurücktreten kann und die bereits gezahlten 80 Euro Miete zurückbekommt. So lohnt sich die Box für ihn nicht.

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Die Stadt spricht von einem Einzelfall. Die Boxen seien für fast jeden Fahrradtyp passend. Mit den Maßen 75x135x205 Zentimer habe die Stadt sogar die größere Variante der Fahrradboxen gewählt, die der Hersteller anbietet. Außerdem sagt Stadtsprecher Michael Gorgs: "Das ist eine gängige Größe, die Boxen sind genormt." Bisher habe es außerdem keine anderen Beschwerden gegeben. Er verspricht aber auch: Köhn kann von seinem Vertrag zurücktreten.

Tim Köhn stellt klar: "Ich mache der Stadt keinen Vorwurf, habe mir auch gedacht, dass die genormt sind." Schade sei es trotzdem. Köhn muss jetzt weiterhin zu Fuß zum Landsknecht laufen, von dort aus mit der Bahn zur Arbeit pendeln. "Mein Fahrrad ist hochwertig, das lasse ich hier nicht den ganzen Tag stehen", sagt er.

(tak)