Meerbusch: Ex-MdB: "Konverter erstrangiges Ziel für Nuklear-Terroristen"

Meerbusch: Ex-MdB: "Konverter erstrangiges Ziel für Nuklear-Terroristen"

In einem Schreiben an Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) warnt der ehemalige Meerbuscher Bundestagsabgeordnete Willy Wimmer (CDU) eindringlich vor dem Bau des geplanten Doppelkonverters in der Nähe von Wohnbebauung. Die Anlage soll eine Grundfläche von 100 000 Quadratmetern haben und mehrere bis zu 20 Meter hohe Hallen umfassen.

Wimmer, von 1988 bis 1992 Staatssekretär im Verteidigungsministerium, gibt in seinem Schreiben ("Betr.: Angriffe mit Nuklearwaffen") seiner Sorge Ausdruck, dass die geplante Konverteranlage als Ziel terroristischer Anschläge dienen könnte. "Ich muss nicht betonen, dass die Funktion dieser Konverteranlagen von zentraler Bedeutung für das gesamte deutsche Wirtschaftsleben ist", heißt es in dem Brief.

Damit würden "neuralgische Punkte in riesigen Dimensionen" geschaffen, die von nicht zu überbietender Bedeutung für das wirtschaftliche Leben in Deutschland und noch wesentlich mehr sind. "Aus meiner Kenntnis der nuklearen Planung müsste eine derartige Riesenanlage mit ihrer erstrangigen Bedeutung für das Energie-Versorgungsrückgrat der deutschen Volkswirtschaft ein nicht zu überbietendes Ziel für jeden möglichen Angreifer sein", schreibt Wimmer. Ihm sei "nicht bekannt, dass Fragen von derart zentraler Bedeutung überhaupt in den energiepolitischen Vorstellungen der Bundesregierung eine Rolle spielen".

Würde die Konverteranlage im Rhein-Kreis Neuss gebaut, die für Terroristen ein "erstrangiges Ziel" darstelle, müsste dies "nicht vorstellbare Sicherheitsvorkehrungen zur Folge haben", fordert Wimmer am Ende seines Briefes an Rösler.

Das Kabinett hat den Netzentwicklungsplan Strom mittlerweile zu einem Gesetzentwurf umgearbeitet. Die geplante Stromautobahn von Emden über Osterath nach Philippsburg ist darin enthalten. Wo genau der Konverter errichtet werden soll, steht in dem Gesetzentwurf nicht; der Standort soll erst in den weiteren Verfahrensschritten gefunden werden. Ausdrücklich sieht der Umweltbericht die Anbindungsmöglichkeit via Stichleitung vor. Es sei zu berücksichtigen, dass Nebenanlagen wie Konverter "nicht zwingend unmittelbar am Standort des Umspannwerks errichtet werden müssen".

(RP/ila/top)
Mehr von RP ONLINE