Meerbusch: Evangelische Kirche: Nicht genug Pfarrer

Meerbusch : Evangelische Kirche: Nicht genug Pfarrer

Mehr als 70 Geistliche und Laien kamen zur 72. ordentlichen Synode des Kirchenkreises Krefeld-Viersen zusammen.

Mehr als 70 Geistliche und Laien trafen sich am Wochenende zur 72. ordentlichen Synode des Evangelischen Kirchenkreises Krefeld-Viersen in der Kirchengemeinde Lank. "Es wird in absehbarer Zeit nicht mehr genug Pfarrer geben, um einen Pfarrdienst zu gewährleisten, der den heute praktizierten Strukturen entspricht", sagte Superintendent Burkhard Kamphausen. Es werde "Verschiebungen bei den Prioritäten im Pfarrdienst geben". Kirchenkreise und Gemeinden werden in eine Art Konkurrenz um die Besetzung von Pfarrstellen treten. Landeskirchen zahlten jetzt schon einen Zuschlag von 500 Euro beim Vikarsgehalt, so Kamphausen.

Nach den kritischen Anfangsworten des Superintendenten in seinem Bericht standen noch zwölf weitere Tagesordnungspunkte auf der Agenda. Die Schlussakte — geplant 16.30 Uhr — fand erst um 18.10 Uhr statt. Denn TOP 11 hatte viel Zeit in Anspruch genommen. Thema: Finanzangelegenheiten und Haushalt. Pfarrerin Anke Brüggemann-Diederichs von der Kirchengemeinde Krefeld-Ost hatte einen Einwand gegen die kirchenkreisliche Umlagefinanzierung eingebracht. Auf der Ebene der Kreiskirchen wird die Finanzierung von übergemeindlichen Aufgaben über eine Umlage garantiert. Zu den Aufgaben gehören unter anderem das Diakonische Werk oder die Verwaltung.

Die Umlage speist sich aus einem prozentualen Abschlag des Kirchensteueraufkommens der Gemeinden. Die Synode beschließt über die Höhe der Umlage, somit über den Prozentsatz. Im vergangenen Jahr hatte sie diesen erhöht. "Er beträgt seitdem sieben Prozent des Kirchensteueraufkommens nach Abzug der Gebühren für die Finanzämter und der Erstattungen", erklärte Pressereferentin Bettina Furchheim. Brüggemann-Diederichs schlug vor, die Umlage wieder zu kürzen, so dass für die Gemeindehaushalte mehr übrig bleibe. Doch es wurde keine Änderung beschlossen. Die Synodalen verabschiedeten den Haushalt in der geplanten Fassung.

Es folgten die Punkte "Wahlen" und "Anträge". Hannelore Loos von der Gemeinde Büderich wurde zur dritten Synodalältesten gewählt: "Nun als ordentliches Mitglied bin ich stimmberechtigt", sagte die 65-Jährige. Seit 1992 ist sie in der Gemeinde aktiv. In einem der angenommen Anträge richtete sich der Büdericher Pfarrer Wilfried Pahlke an den synodalen Ausschuss für Kindertageseinrichtungen: "Er soll herausfinden, welche Gemeinden ihre Tageseinrichten in eine Trägerschaft überführen würden", so der Pfarrer. "Es wäre kostensparend und wir könnten in erzieherischen Angelegenheiten zusammenarbeiten." Das von Kamphausen aufgeworfene Problem kennt Pahlke aus Erfahrung. Im vorherigen Jahr wechselte seine Kollegin Yvonne Brunk nach Kempen. Seitdem ist die Stelle vakant. Mittlerweile kann die Gemeinde Bewerber suchen: "Es gibt zurzeit vier Kandidaten. Alle sind vielversprechend." Pahlke geht davon aus, dass die Stelle bis zum Frühjahr 2014 besetzt sein werde.

(RP)
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