Europa-Diskussion im Meerbuscher Mataré Gymnasium

Podiumsdiskussion am Mataré : Mataré: Schüler fragen Politiker 

Qua vadis, Europa? Diese Frage stellten Oberstufenschüler des Mataré-Gymnasiums fünf Politikern verschiedener Parteien. 300 Mitschüler hörten zu.

Nach 90 Minuten Moderation kann Lino sein Mikrofon beiseite legen. „Alles super gelaufen“, sagt der Oberstufenschüler. Die Politiker haben ausführlich auf alle Fragen geantwortet, die Technik hat mitgespielt, und die rund 300 Mitschüler in der Aula haben interessiert zugehört. „Wir hatten mit einer hitzigeren Dikussion gerechnet“, sagt der 17-Jährige. „Trotzdem hat es viel Spaß gemacht.“

Gemeinsam mit den anderen Teilnehmern der Q1 und Q2-Leistungskurse Sozialwissenschaften und des SoWi-Zusatzkurses hat der Mataré-Schüler die Podiumsdiskussion zur Europawahl 2019 vorbereitet. Die Schüler haben sich ein Thema überlegt, die Politiker eingeladen und Fragen und Moderationen formuliert. Stefan Berger (CDU), Sina Breitenbruch-Tiedtke (SPD), Gerd Kaspar (FDP), Oliver Keymis (Grüne) und Fotis Matentzoglou (Linke) hatten zugesagt und stellten sich am Freitagmorgen in der „Mataréna“ den kritischen Fragen der Schüler zu den Bereichen europäische Wirtschaft, Migration und Flucht sowie Brexit. „Wir haben auch einen Vertreter der AfD eingeladen, aber der ist nicht gekommen“, erzählt Lino.

Die drei Moderatoren-Duos Lino und Jakob, Rebecca und Victor sowie Ramazan und Helena konfrontierten die fünf Politiker mit Fakten, Zahlen und Grafiken und animierten immer wieder zur Diskussion. „Die Schüler haben das alles selbstständig im Unterricht organisiert“, lobt Lehrer Julius Massenkeil von der SoWi-Fachschaft. „Natürlich waren sie aufgeregt. Aber sie haben es auch genossen, den theoretischen Bereich endlich mal verlassen zu können und ihr Wissen ganz praktisch anzuwenden.“

Dass SoWi ein aktuelles Fach ist, wie Schulleiter Christian Gutjahr-Dölls in seiner Begrüßung betonte, wurde auch während der Diskussion deutlich. „Exakt heute hätte der Brexit passieren sollen“, sagte FDP-Politiker Gerd Kaspar. „Aber es passiert nichts.“ Einigkeit herrschte bei den Politikern etwa in Sachen Brexit („Chaos pur“) und Jugendarbeitslosigkeit („Wir müssen in Bildung investieren“). Kontroverser diskutiert wurde das Thema Flucht und Migration.

Alle fünf Politiker appellierten an die Jugendlichen, ihre Zukunft aktiv mitzugestalten: „Macht weiter Druck auf die Politiker“, sagten etwa Sina Breitenbruch-Tiedkte (SPD) und Fotis Matentzoglou (Linke). Beide lobten ausdrücklich die Aktion „Fridays for Future“. „Damit zeigt ihr, was euch bewegt und wichtig ist“, so Breitenbruch-Tiedtke. Grünen-Politiker Oliver Keymis forderte: „Es ist eure Aufgabe, das zu packen und Europa stark zu machen.“ Stefan Berger (CDU) erinnerte die jungen Leute an ihr Wahlrecht: „Nutzt dieses Recht. Es ist euer Deutschland und euer Europa.“ Und Gerd Kaspar (FDP) ergänzte: „Geht zur Europawahl und lasst euch nicht von den Älteren ein Europa aufdrängen, das ihr so gar nicht wollt.“

Schulleiter Gutjahr-Dölls war stolz auf seine engagierten Schüler: „Diese Podiumsdiskussionen vor Wahlen haben bei uns als Europaschule ja schon Tradition.“