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Meerbusch: Erfolgreiche Premiere von Ritter Rost

Meerbusch : Erfolgreiche Premiere von Ritter Rost

Am zweiten Tag des Premiere-Wochenendes war das Kindermusical Ritter Rost ausverkauft: Rund 230 Kinder und Eltern schauten sich das neue Abenteuer des rostigen Anti-Helden und seiner mutigen Burgfrau Bö an

Für den Werwolf im Zirkus in Ritter Rosts Welt ist alles total langweilig. Wobei nicht alles: "Was gut ist, kommt im Fernsehen", sagt er. So deutlich der Werwolf dem Publikum im Theater des Forums Wasserturm in Lank am Wochenende bei der Premiere der neuen Inszenierung von Ritter Rost seine Meinung vorträgt – die Kinder und Eltern auf der Tribüne lassen sich nicht bekehren und bleiben sitzen: Sie wollen die Geschichte von Ritter Rost zu Ende sehen und hören.

Dieser besucht nach seinem Frühstück aus kandierten Nägeln und Schraubenmüsli den Zirkus. Doch dort übertreibt es der Drache Koks mit seinen Künsten im Feuerspucken ganz gewaltig: Er setzt das Zelt ins Brand. Der Zirkusdirektor ist verzweifelt: "Ich bin ruiniert." Die freiwillige Feuerwehr – die jungen Zuschauer aus den ersten Reihen – können mit ihren virtuellen Löscharbeiten zwar das schlimmste verhindern. Doch Koks haut vom Zirkus ab und könnte somit im Freien viel Unheil anrichten. Der Ritter ist währenddessen vor lauter Panik nach Hause geflüchtet und erzählt seiner Burgfrau Bö was passiert ist. Über die Feigheit ihres Ritters erbost, packt Bö das Problem selbst an.

Ob und wie das Fräulein den Drachen bändigt, hielt die Spannung im Publikum aufrecht – sowohl bei den großen als auch den kleinen Zuschauern. Alexios Stefanou, der mit seiner fünfköpfigen Familie das Musical schon seit einigen Jahren besucht, sagt: "Wir waren bereits ,Ritter Rost'-Fans, aber jetzt noch viel mehr als vorher." Seine Frau Daniela Stefanou ergänzt: "Vor allem die gesangliche Leistung in diesem jungen Alter ist beeindruckend." Einige von den 20 Schauspielern und den 40 Musikern des Orchesters sind gerade einmal acht Jahre alt. Unter den Künstlern war auch ein guter Freund von Elias, dem neunjährigen Sohn der Stefanous. "Er spielte den Burg-Roboter und sah aus wie eine Teekanne. Mir gefiel die Kanne am besten." Wegen der Freundschaft? – "Nicht nur."

Außer den skurrilen Figuren können die Zuschauer das Bühnenbild aus Prospektmalerei bestaunen. Hierbei wird das Szenenbild auf Textil gemalt oder gesprayt. Dann wird der Stoff an Zugstangen gehangen, um den Szenenwechsel schnell auszuführen. "Die Motive auf den Prospekten sind im Wesentlichen an das Originalbuch angelehnt", sagt der für die Ausstattung zuständige Frank-Jacob Esser. Wie zum Beispiel eine fliegende Kuckucksuhr, ein Roboterhund oder Statuen von Rosts ehrfürchtigen Ritterfreunden.

Insgesamt finden die Szenen auf drei verschiedenen Bühnenprospekten statt: die Räumlichkeiten von Ritter Rosts Burg, die Zirkusmanege sowie ein Wald, in dem Bö und der Drache Koks aufeinandertreffen. "Von den Requisiten auf der Bühne sind einige erst für diese Inszenierung gebaut wurden", erzählt Esser. "Andere wiederum sind aus früheren Aufführungen übernommen." Esser gehört bereits drei Jahre zur Musical-Truppe und lernte in dieser Zeit sogar Nähen: "Ein paar Kostüme mussten nach zehn Jahren Ritter Rost einfach nochmal aufgefrischt werden", sagt Esser. Die Arbeit am Bühnenbild habe die ganze Ferien in Anspruch genommen.

Doch scheint sich die Mühe gelohnt zu haben. Der musikalische Leiter Peter Koch sagt: "Die Kinder hatten eine solche Spielfreude. Und dann kamen auch noch so viele Zuschauer." Bei der Premiere am Samstag waren im Wasserturm-Theater 160 von 230 Plätzen besucht. Am Sonntag war das Musical sogar ausverkauft.

Das ganze Abenteuer von Ritter Rost kann noch am Samstag, 14. September, um 14 und 16.30 Uhr, sowie am 15. September um 11 und um 13.30 Uhr gesehen werden. Karten gibt es in allen Buchhandlungen für sieben Euro plus Vorverkaufsgebühr und über die Karten-Hotline der Stadt Meerbusch (02159 916251). Die Karten an der Tageskasse kosten acht Euro.

(RP)