1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Meerbusch: Epson investiert in Meerbusch

Meerbusch : Epson investiert in Meerbusch

Der japanische Konzern hat an seiner Deutschlandzentrale in Osterath das Technologiezentrum vergrößert. NRW-Umweltminister Johannes Remmel kam am Freitag zur Eröffnung.

Wenn ein Minister die Eröffnung eines "Industry Solution Centers" besucht, dann sollte man eigentlich den Wirtschaftsminister erwarten. Bei der 200 Mitarbeiter starken Deutschlandzentrale von Epson im Osterather Gewerbepark Mollsfeld war es hingegen NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne), der Freitag früh vorfuhr. Und schon nach wenigen Minuten war klar, warum: Deutschland-Chef Henning Ohlsson präsentierte Epson als grünes Unternehmen.

Bis 2050 will Epson 90 Prozent des klimaschädlichen Gases CO2 einsparen. Nicht nur in seinen Büros und Fertigungsstätten, sondern über seine Produkte und Dienstleistungen. Deshalb hat das Unternehmen beispielsweise in seiner Zentrale alle Laserprinter durch Tintenstrahldrucker ersetzt.

An einem großen Bildschirm zeigte Ohlsson dem Minister, wie viel Energie das einspart. Und wie viel Geld: Beim Einsatz von 100 Druckern in drei Jahren liege der Unterschied allein bei den Stromkosten bei mehr als 10 000 Euro. Denn der Tintenstrahldrucker braucht im Standby-Modus nur sechs Watt, der Laserprinter fünfmal so viel. Noch stärker ist der Unterschied im Druckbetrieb: Da steht es 27 zu 700 Watt. Ohlsson grinste in Richtung des Ministers: "Das bayerische Kultusministerium hat uns übrigens vor kurzem den Auftrag über 500 Tintenstrahldrucker erteilt."

Remmel lobte Epson für die Produktpolitik: "Zurzeit sitzen die Politiker beim Weltklimagipfel in Katar zusammen. Wir werden das Ziel, die globale Erwärmung bis 2050 auf zwei Grad Celsius zu begrenzen, wohl nicht erreichen." Die Landesregierung NRW vertrete die Auffassung, dass Klimaschutz von unten wachsen müsse. "Wir brauchen Menschen, Bürger, Unternehmen, die ein Stück vorangehen." Epson habe sich sehr ehrgeizige Ziele gesetzt. Wer energieeffiziente Produkte konzipiere, habe einen Wettbewerbsvorteil.

Daneben setzt Epson in Meerbusch auch selbst auf energieeffiziente Produkte: Vor der Firmenzentrale parkt ein Opel Ampera. Der Hybridwagen gehört zur Firmenflotte. Auf dem Dach befindet sich eine Photovoltaikanlage; 212 000 Kilowattstunden Strom hat sie bislang erzeugt und so 127 Tonnen CO2 eingespart.

Bei einem Rundgang durch das 650 Quadratmeter große Technologiezentrum betrachtete der Minister die neuesten Drucklösungen und Entwicklungen im Bereich der Robotik für Industriekunden. In dem Gebäude neben der Firmenzentrale präsentiert das Unternehmen seit fünf Jahren seinen Kunden Anwendungsmöglichkeiten der Produkte. Denn Epson kann mehr als Drucker: So gab es, natürlich besonders energieeffiziente, Roboter zu sehen, die beispielsweise Zahnbürstenborsten einsetzen können oder Funkbedienungen für Autos zusammenbauen. Ohlsson: "Innovation spart Strom."

Er zeigte Remmel auch die Anfänge des Unternehmens — einen Drucke aus dem Jahr 1964. "Damals fanden die Olympischen Spiele in Japan statt, und Seiko hatte den Auftrag zur Zeitmessung bekommen. Um die Zeiten auszudrucken, hat die Firma diesen Drucker entwickelt — das waren die Anfänge des Digitaldrucks." Remmel erklärte zum Abschied: "Das war wirklich ein schöner Termin."

(RP/ac)