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Meerbusch: Energiekonzept bewährt sich

Meerbusch : Energiekonzept bewährt sich

Dank einer ausgefeilten Technik blieb es in der Mediothek auch bei Tropenhitze kühl. Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden wird immer wichtiger, die Stadt will sich bei weiteren Neubauten daran orientieren.

Energiesparen kann auch weitere positive Nebeneffekte haben: Zum Beispiel ein angenehmes Raumklima bei Tropenhitze. So gab es in den vergangenen Tagen außer den Büchern noch einen guten Grund, die Mediothek Büderich aufzusuchen: Denn im Neubau war vom Sommer nichts zu spüren. Während sich die Luft draußen auf mehr als 36 Grad aufheizte, herrschten drinnen angenehme Temperaturen knapp über 20 Grad Celsius.

Wie das möglich ist, erklärt Claus Klein, Leiter Service Immobilien: "Das gesamte Gebäude ist mit einem Dämmstoff belegt, und die Fenster besitzen einen geringen Wärmedurchgangswert". So seien bereits die ersten Voraussetzungen erfüllt, dass wenig Wärme austritt oder die Räume zu heiß werden. Vor Überhitzung durch starke Sonneneinstrahlung schützen außerdem die Jalousien.

Das Raumklima wird durch eine Ersatzlüftungsanlage gesteuert. "Dazu wurden vier lange Rohre unter dem Gebäude verlegt", erklärt Klein. Durch sie wird Luft geleitet. "Insgesamt legt die eingeführte Luft eine Strecke von 200 Metern im Erdreich zurück und wird auf diese Weise gekühlt oder erwärmt. "Im Winter können wir so eine Erwärmung von sechs Grad Celsius erreichen, im Sommer ist die Leistung mit vier bis sechs Grand Abkühlung etwas geringer", ergänzt Klein. So wird bereits ein Teil der Erwärmung geleistet, ohne dass die Luft künstlich aufgeheizt werden müsste, was naturgemäß viel Energie kostet.Das Gebäude komme daher praktisch ohne Heizung aus. Denn nötige Wärme wird allein durch passive Sonnenergienutzung und aus der Abwärme von Beleuchtung, technischen Geräten wie Computern und Pumpen gewonnen. Schließlich tragen auch die Besucher und Mitarbeiter der Bücherei dazu bei, dass sich die Luft erwärmt. Erst wenn die Außentemperatur unter null Grad sinkt, nutzen wir unseren Anschluss zur benachbarten St.-Mauritius-Schule", so Klein.

Die Stadtbücherei war das erste städtische Gebäude, das mit einer derartigen Anlage ausgestattet wurde. Es könnte aber Modellcharakter für weitere kommunale Gebäude haben. Auch beim Bau des Ostara-Neubaugebiets in Osterath will die Stadt ökologisch und energiesparend bauen. Ziel dabei ist eine Energieversorgung aus regenerativen Quellen, eine möglichst starke CO2-Vermeidung und sparsamer Energieverbrauch.

(RP/ac)