Meerbusch: Einst Hochburg des Radsports

Meerbusch: Einst Hochburg des Radsports

Vor 110 Jahren begann eine Erfolgsgeschichte, die heute fast vergessen ist: Die Familie Toups engagierte sich für den Radsport, baute Bahnen. Kinder und Enkelkinder betreiben den Sport. Erfolgreich. Michael Toups wurde 1980 Deutscher Meister im Bahnrad-Vierer.

lank-latum Mit der Frage, ob genügend Luft in den Reifen sei, gab Arbeitskreis-Leiter Ernst Forsen den Startschuss zu einem Geschichts-Marathon, der über 110 Jahre Radfahrtradition ins Rollen bringen sollte. Die Aussicht, in dem angekündigten Vortrag von Günther Schackers zum Thema "Lank-Latum, einst Hochburg des Radsports am Niederrhein" eine Menge Daten und Interna zu erfahren, hatte eine Menge Radsportfreunde angelockt. Deshalb war die Entscheidung des Veranstalters Heimatkreis Lank richtig, den Vortrag in die Aula der Adam-Riese-Schule zu verlegen.

Dort blätterte Schackers, Vorsitzender des Radfahrvereins 1897 Meerbusch-Lank, Blatt für Blatt der über 35, mit Stichworten handbeschriebenen DIN A4-Seiten um. Diese Fülle von Informationen beginnt bei der Gründungsurkunde des Lanker Vereins vom 21\. Juli 1897, setzt sich fort über die unglaubliche Geschichte der vier im Radsport höchst erfolgreichen Brüder Toups aus Lank-Latum, den Geschehnissen in den Radfahr-Vereinen 1897 Meerbusch-Lank und Triumph 1920 Langst-Kierst bis zu den Radrennbahnen vor Ort und den heutigen Aktivitäten.

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Dabei zeigte sich, dass die Karriere der Brüder Toups und ihr Engagement diese Geschichte ebenso sehr prägen, wie die Geschehnisse um die Radrennbahnen. Die erste befand sich von 1924 bis 1925 auf dem Areal der heutigen Grünanlage des St. Elisabeth-Hospitals, ab 1926 fanden Radrennen auf der Bahn statt, die an der heutigen Gonellastraße angesiedelt war. Von 1951 an schließlich gab es die "4-Gebrüder-Toups-Rennbahn" dort, wo heute das Gewerbe- und Wohngebiet "In der Loh" zu finden ist.

Dort wurden vor bis zu 3000 Zuschauern große radsportliche Erfolge gefeiert. Aber es gab auch Niederlagen. Denn 1955 blieb die Renn-Genehmigung aus und so wurde der Betrieb stillgelegt. Erst gut 20 Jahre später ging der Radsport auf der Bahn weiter, bis dann im September 1983 – auch wegen fehlender Zuschauerresonanz – das endgültige Aus kam. Wie sich die Radrenn-Story Lank-Latums bildlich darstellt, zeigte Joachim Beeck, der auch historische Fotos digital aufbereitet hatte. Außerdem wird die Geschichte indirekt weiter geschrieben. Dafür sorgen die Rad-Touren der Triumph-Aktiven in die rund 1100 Kilometer entfernte Partnerstadt Fouesnant, die Super-Cup-Erfolge von Agnes Vossen und der Jugendlichen im Einrad-Kunstfahren des Radfahrvereins Meerbusch-Lank.

(RP)