Eine Woche Sommerakademie in der Meerbuscher Volkshochschule

Ferienaktion in der VHS Meerbusch : Kultur-Mix in der VHS-Sommerakademie

Zum ersten Mal hielt das Ferienangebot der Volkshochschule Meerbusch neben Kunst- auch Sprachkurse bereit. 104 Teilnehmer haben eine Woche lang Skulpturen gefertigt oder neue Sprachen erlernt.

Alle paar Minuten schaut Brigitte Funk auf den toten Flusskrebs, der auf dem Tisch vor ihr liegt. Dann malt die 67-Jährige wieder ein paar dünne Linien auf das Papier. „Ich zeichne, was man sieht“, sagt sie. Zum ersten Mal kam sie vor zehn Jahren her und wollte einfach nur malen. Langsam wird der Krebs fertig. „Erst kommt die Idee, dann eine Skizze, und am Ende entsteht das Kunstwerk“, sagt Reimund Franke, der den Kursus leitet und ihr gerade über die Schulter schaut. Noch zwei Stunden, dann beginnt der große Rundgang, und alle 32 Teilnehmer können sehen, welche Werke in dieser Woche entstanden sind.

Jürgen Fucken und Karola Kaiser bearbeiten in ihrem Kursus Marmor  – und tragen dabei natürlich eine Schutzbrille. Foto: VHS Meerbusch

„Von der Zeichnung zur Ölmalerei“, heißt der Kursus, und er ist einer von vier Kunstkursen bei der Sommerakademie der Volkshochschule Meerbusch. Insgesamt 104 Teilnehmer – Junge wie Ältere – haben mitgemacht. Erstmals wurde das Spektrum vom reinen Kunstangebot auf den Fremdsprachenbereich erweitert. „Nicht zuletzt, weil im Rahmen von Völkerverständigung das Beherrschen anderer Sprachen und die Auseinandersetzung mit anderen Kulturen eine große Rolle spielt“, sagt VHS-Leiterin Béatrice Delassalle-Wischert.

Insgesamt liefen elf Kurse, darunter fünf, die sich explizit an Jugendliche richteten. So etwa das Englischangebot für Sechst- und Siebtklässler. Hier hieß es fünf Tage lang „English around the clock“. Besonders der Umgang mit einem Touchscreen-Board begeisterte die Jugendlichen, etwa beim Wörter-Raten. Eine gerne angenommene Entspannungsphase zwischen zahlreichen Übungen zu Zeiten, Satzpositionen, Präpositionen oder Nomen-Verb-Verbindungen.

Es ist das 17. Mal, dass die VHS in der ersten Ferienwoche eine Sommerakademie ausrichtet. Einige Kursleiter, so wie der Künstler Franke, sind seit Beginn mit dabei. „Wir haben hier jeden Tag von zehn Uhr morgens bis halb fünf am Nachmittag gemalt“, sagt er. Das macht 40 Stunden. In den drei anderen Kuntskursen geht es um experimentelles Zeichnen, Bildhauerei und Bildsprache.

An Frankes Kurs nimmt auch Naby Soumah teil. Der 33-jährige Arabisch-Lehrer stammt aus Guinea, besucht bei der VHS eigentlich einen Deutschkursus, hatte aber sechs Jahre lang in seiner Heimat Unterricht in Kalligraphie und Zeichnen. Diese Vorkenntnis bleibt Franke nicht verborgen. „Er hat sich prima eingefügt. Ich bin mit den Ergebnissen der gesamten Gruppe mehr als zufrieden“, sagt er. Es entstanden große Acryl-Gemälde neben kleinen Skizzen und schrillen Portraits. Anika Kindiger (16) vom Städtischen Meerbusch-Gymnasium sagt: „Hier hatte ich die Möglichkeit, mich auszuprobieren. Ich möchte eventuell Kunst studieren, da hat das Intensivangebot zur Orientierung super gepasst.“

Ein Stockwerk höher geht es um Sprache. Unter der Aufsicht von Aida Petermann lernen die Teilnehmer von nachmittags bis spät abends die Grundkenntnisse der spanischen Sprache. In Osterather Außenstellen untergebracht waren insgesamt dreizehn Französischlernende im Intensivkursus „Alltag und Praxis Niveau A2“. Ende August geht es mit einem Ferienangebot weiter: „Business English Class B1“

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