Meerbusch: Ein Macher im Hintergrund

Meerbusch: Ein Macher im Hintergrund

Die Beziehungen zwischen zwei Ländern können nur lebendig bleiben, wenn sich die Menschen kennenlernen. Das ist kurz gesagt das Ziel von Dr. Alexander Schröder-Frerkes, Chairman der Amerikanischen Handelskammer in NRW.

Dr. Schröder-Frerkes hat den Ruf eines energiegeladenen Machers und Kontakte-Knüpfers, der aber lieber dezent im Hintergrund bleibt, wo andere das Rampenlicht suchen. Der gebürtige Düsseldorfer hat in Köln Jura studiert und nach der Promotion ein Jahr lang in einer Kanzlei in Chicago gearbeitet. Von dort brachte er ein Faible für die USA (und für Basketball) mit.

Als er in seinen ersten Jahren als Anwalt die Möglichkeit bekam, sich ehrenamtlich bei der altehrwürdigen Amerikanischen Handelskammer ("AmCham") zu engagieren, musste er nicht lange überlegen. Seit 2008 ist der Meerbuscher Chairman (Vorsitzender) der NRW-Abteilung. Schon seit 1903 bemüht sich die AmCham um gute Kontakte zwischen deutschen und US-Firmen. Konkret heißt das: Netzwerken. Bei regelmäßigen Essen ("Luncheons") kommen die Freunde des transatlantischen Handels beispielsweise mit diversen hochkarätigen Experten zusammen Der Neujahrsempfang der Kammer gilt nach dem der IHK als einer der größten in Düsseldorf.

Besuch vom US-Botschafter

Der Verein begleitet Gesetzesvorhaben, die die deutsch-amerikanischen Beziehungen betreffen und unterstützt Firmen auf beiden Seiten des Atlantiks mit Informationen und Ansprechpartnern. Oft erweisen sich die deutsch-amerikanischen Handelskammern in der USA als hilfreich. Eine Aufgabe, die die USA so wichtig nehmen, dass ihr Botschafter gern bei Dr. Schröder-Frerkes vorbeischaut, wenn er in der Region ist.

Durch gemeinsames Handeln können die Mitglieder auch vor Ort konkret etwas bewirken. Das zeigte sich vor ein paar Jahren, als sie sich gegenüber einer US-Fluglinie für eine Direktverbindung Düsseldorf-Atlanta stark machten – erfolgreich (heute gibt es mehrere). Zum Airport hat Dr. Schröder-Frerkes ohnehin ein besonderes Verhältnis. Seit 2001 sitzt er im Beirat des Flughafens: "Ohne Airport und Messe hätten wir massive Probleme", sagt der Anwalt, der froh ist, den Flughafen vom heimischen Strümp aus über die A44-Brücke in zehn Minuten zu erreichen. Ein enormer Standortvorteil für Meerbusch und die gesamte Region, meint er.

Beruflich ist der 49-Jährige heute als Managing Partner Deutschland (Geschäftsführer) in der Düsseldorfer Filiale der Wirtschaftskanzlei Bird & Bird tätig und Mitglied im weltweiten "Management Board" der Kanzlei, für die 850 Anwälte arbeiten. Seine Arbeit bedingt mehrfache jährliche Reisen in die USA, führt ihn zu seinem Leidwesen allerdings immer wieder in dieselben Geschäftsviertel einiger Großstädte. Einer seiner Träume ist daher, mit Frau und den beiden Kindern auch mal andere Gebiete der Staaten zu bereisen. Nicht ganz einfach, bei seinem Aufgabenspektrum. Zurzeit denkt er darüber nach, wie man das Kennenlernen zwischen deutschen und amerikanischen Fachleuten noch intensivieren könnte. In Vorbereitung ist ein transatlantisches Austauschprogramm, aber nicht für Studenten, sondern für Menschen mitten im Berufsleben.

Sein Ruf als tatkräftiger Ideengeber hat ihm ganz unversehends eine sportliche Aufgabe eingebracht: Er ist auch noch Aufsichtsratsvorsitzender des Basketballvereins Düsseldorf Giants, der sich 2008/09 von Bayer Leverkusen abgespalten hat. Inzwischen hat er in Strümp eifrig für den Verein geworben und auch schon mehrfach 40 bis 50 Strümper zur gemeinsamen Fahrt zu Spielen des Teams in Reisholz bewegt. Als Netzwerker setzte er sich dafür ein, dass Schulen mit ins Boot geholt wurden – heute spielen Kinder und Jugendliche aus 24 Schulen in der "Giants League" Basketball.

Für sein vielfältiges Engagement erhielt der Meerbuscher jetzt das Bundesverdienstkreuz.

(RP)