Meerbusch: Ein Leben für die Musik

Meerbusch: Ein Leben für die Musik

Peter Koch, Trompeter und Dirigent aus Meerbusch, erhält den Preis für "Ausgezeichnete Brauchtumsmusik".

Auf Peter Kochs Biographie bezogen entspricht die Aussage "Ein Leben mit der und für die Musik" keiner Floskel oder Phrase. Denn der heute 54-jährige Meerbuscher ist seit seinem fünften Lebensjahr eng mit dem Instrument Trompete verbunden und lebt die Vertrautheit zur Musik intensiv aus. Er zelebriert die Nähe zu Noten, Tönen, Melodien und gibt nicht nur sein Können, sondern auch seinen Enthusiasmus weiter.

Für dieses musikalisch durchdrungene Leben wird Peter Koch jetzt ausgezeichnet. Aber die Ehrung kommt nicht aus Krefeld, seiner Geburtsstadt, und auch nicht aus Meerbusch, wo er seit Mitte der 1980er Jahre lebt. Die Ehrung basiert auf einer Stiftung für das Mönchengladbacher Tambourcorps Neuwerk 2015 und wird seit 2017 jährlich bundesweit ausgelobt und als Martin-Theveßen-Preis verliehen.

"Von dem Kapellmeister Theveßen hatte ich gehört, aber irgendwelche Kontakte gab es nicht", sagt Peter Koch, der sich sehr über diese Auszeichnung freut. Angesichts der Begründung des Gremiums, die den Meerbuscher einstimmig als Preisträger 2018 wählte, könnte er verlegen werden. Unter anderem heißt es dort: "Der begeisterte und begeisternde Trompeter und Dirigent arbeitet stetig an seiner musikalischen Weiterbildung. Neben der hohen fachlichen Qualifikation spricht für Peter Koch die Fähigkeit, Menschen für die Musik zu motivieren." Die Ehrung erfolgt als "Dank und Anerkennung für den beispielhaften Einsatz. Peter Koch hat sich um die Förderung der Brauchtumsmusik sehr verdient gemacht."

Der Musiker, der mit seiner Familie - auch Ehefrau Nicol sowie die 16- bis 22-jährigen Söhne Lars, Nils und Felix spielen mehrere Instrumente - in Lank-Latum lebt, freut sich auf den "Brauchtumsecho". "Brauchtum ist mir wichtig. Viele Meerbuscher haben als Kind in der Musikschule bei mir die Liebe zu einem Instrument entdeckt. Heute sind sie in ihren Berufen in ganz Deutschland verstreut, kommen aber regelmäßig in die Heimat, laufen in Uniformen in den Reihen mit und genießen das Nach-Hause-kommen, das Wiedersehen mit Freunden. Sie machen gemeinsam Musik - und das ist auch Brauchtum."

Die Musikschule liegt ihm ohnehin besonders am Herzen. Schließlich wurde er selbst - nach den ersten Trompetenversuchen als Fünfjähriger - in der Musikschule Krefeld ausgebildet. Danach ging es mit einer studienfördernden Fachausbildung, dem Besuch der Staatlichen Hochschule für Musik in Duisburg und der Wehrdienstzeit beim Heeresmusikkorps 7 in Düsseldorf weiter.

1987 wurde die Meerbuscher Musikschule auf ihn aufmerksam, seitdem unterrichtet Peter Koch dort Trompete und heute auch Tenorhorn, Bariton und Tuba. Um 1990 gründete er das Jugendblasorchester, unterrichtete in Wesel und übernahm die Leitung verschiedener anderer Blasorchester. Dabei nimmt die Böhler Werkskapelle einen wichtigen Platz ein: "Viele der Musikschul-Schüler machen hier weiter."

Die Musikschule bleibt für den Enthusiasten "eine coole" Einrichtung: "Jugendliche lernen dort nicht nur Noten, sondern auch, was Teamgeist heißt. Schnell merken sie, dass jeder, der im Orchester mitspielt, wichtig ist. Denn nur mit vielen Klangfarben können wir schöne Musik machen. Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß." Das gilt auch für Koch als Musikchef des beliebten Musicals "Ritter Rost": "Wenn alle am gleichen Strang ziehen, entstehen derartig nachhaltige Geschichten." Heinrich Wickum, Vorstand "Musiktheater im Wasserturm", meint: "Es ist Peter Kochs Verdienst, dass die Ritter-Rost-Produktionen im Wasserturm Kult sind. 15 Jahre Ritter Rost in Meerbusch, das sind mehr als hundert Vorstellungen und jeweils hunderte glänzende Kinderaugen und hunderte Jugendliche, die in bisher 14 Produktionen ihre künstlerischen Talente im Orchester und auf der Bühne entwickeln konnten." Trotz dieser Erfolge sucht der Instrumentalist und Dirigent nach weiteren Möglichkeiten, Kinder früh und mit Leichtigkeit an die Musik heranzuführen: "Das sogenannte 'Drehtürmodell', in anderen Ländern bewährt, wäre für Musikschulkinder eine coole Sache."

Aber Peter Koch hat auch einen großen Wunsch. Wenn er am 4. November in Mönchengladbach den "Brauchtumsecho" verliehen bekommt, würde er gern ein Solo spielen: "Mein allererstes Trompetensolo, das ich als 13-jähriger Schüler der Musikschule Krefeld zur Eröffnung des Seidenweberhauses 1976 gespielt habe."

(RP)