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Meerbusch: Durchbruch für junges Filmteam

Meerbusch : Durchbruch für junges Filmteam

Drei junge Meerbuscher haben es mit ihrem Filmprojekt "Blutrausch" geschafft: Der Actionfilm wird in drei Monaten in verschiedenen Düsseldorfer Kulturinstitutionen gezeigt. Bald beginnen die Dreharbeiten

Mit Playmobil-Männchen fing es an. Da ging Paul Simons noch nicht mal zur Grundschule. "Mein Vater drückte mir eine Kamera in die Hand, und ich drehte mit Stop-Motion-Technik und Playmobilfiguren meine ersten Filme", berichtet der heute 19-Jährige. In der Grundschule kam dann der Freundeskreis hinzu. "Unseren ersten richtigen Erfolg hatten wir aber erst auf der weiterführenden Schule", sagt Simons. Im Kunstunterricht am Meerbusch-Gymnasium drehte er mit seinen Mitschülern in der zehnten Klasse den Kurzfilm "Anonym". Der wurde von ihrem Lehrer als bestes Projekt ausgezeichnet. Schon damals mit dabei: Alexander Tietz, heute 20 Jahre alt, und Maximilian Grund (19).

Durch die positive Resonanz fühlte sich die Filmgruppe ermutigt. Sie erwarben eine Basisausrüstung aus Kamera, Mikrofon und Stativ ("das haben wir uns nach und nach zu Weihnachten gewünscht", berichtet Tietz), ein Kellerraum in Strümp ist ihr Studio. NerdFilms nennen sie ihr Team. Nerds, so werden eigentlich sonderliche Computerspezialisten betitelt; schlau, aber langweilig, immer nur in Computer vertieft. Langweilig sind die drei Jungs nicht, wohl aber in die Materie vertieft. Film ist ihre Leidenschaft. Die geht so weit, dass sie sich ihre Ausrüstung selbst zusammenbasteln. Zuletzt einen Kamerakran, um auch Aufnahmen aus der Vogelperspektive machen zu können.

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Jetzt haben Simons und seine Mitstreiter Post aus Düsseldorf bekommen. Absender: "Düsseldorf ist ARTig". Die Plattform für junge Kulturschaffende organisiert jedes Jahr einen Ideenwettbewerb für Nachwuchskünstler aus der Landeshauptstadt und Umgebung. NerdFilms hatten sich beworben. Und erhielten jetzt die Zusage. "Bis November, wenn die von der Jury ausgewählten Projekte an drei Tagen in Düsseldorfer Kulturinstitutionen präsentiert werden, muss unser Film fertig sein", erklärt Alexander Tietz.

"Blutrausch" wird der Film heißen. Wahrscheinlich. "Das ist zumindest unser jetziger Arbeitstitel", sagt Simons. Es soll ein Actionfilm über einen nicht ganz unkomplizierten Ausstieg aus der organisierten Kriminalität mit dem Drogengeschäft werden. "Er ist ein bisschen angelehnt an den Film ,Sin City' mit Bruce Willis – also in Schwarzweiß-Optik mit Rotstich", erklärt Simons. Und er soll sehr actionlastig werden. Bei NerdFilms gibt es keine strikte Aufgabenverteilung, doch wirkt Simons in erster Linie als Regisseur und Cutter, Tietz als Organisator – und Grund ist für Technik und Kamera zuständig. "Die Drehbücher schreiben wir überwiegend gemeinsam", berichtet Tietz.

Der Trailer für "Blutrausch" ist bereits fertig und bei Youtube anzuschauen – mit dem 50-Sekunden-Werk hat sich das Trio für das Festival beworben. Jetzt starten die Dreharbeiten für den Film selbst. "Zum ersten Mal produzieren wir in einem professionellen Rahmen: mit Budget, einem Mentor, der uns für alle Fragen zur Seite steht, und der Kontakt hat zu Agenturen für Schauspieler außerhalb unseres Freundeskreis", freut sich Tietz. Noch mehr freuen würde sich das Trio, wenn es Hilfe bekäme. Simons: "Wir suchen noch Sponsoren, Caterer, Statisten oder freiwillige Helfer, die uns unterstützen."

Kontakt paul.simons93@ googlemail.com.

(RP)