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Düsseldorf: Polizei hat fast 100 Waffen beschlagnahmt und vernichtet

Waffenverbot in Düsseldorf : Polizei hat fast 100 Waffen beschlagnahmt und vernichtet

Seitdem die Düsseldorfer Altstadt eine Waffenverbotszone ist, hat die Polizei hier rund 3000 Kontrollen durchgeführt und etliche Messer beschlagnahmt.

Erst am Wochenende hat es erneut eine Messerstecherei in Düsseldorf gegeben: Bei einem Streit in der U73 ist am Samstag ein 18-Jähriger schwer durch einen Messerstich verletzt worden. Der Täter soll sich durch die laute Handynutzung des Opfers und eines Begleiters gestört gefühlt haben. Es kam zur Auseinandersetzung, bei der der Täter einen der jungen Männer rassistisch beleidigt haben soll. Die Polizei hat eine Mordkommission eingerichtet und wertet zur Identifizierung des unbekannten Täters auch Videomaterial aus.

Immer wieder ist es in den vergangenen Monaten in Düsseldorf zu schweren Messerattacken gekommen. Seit einem halben Jahr gilt in der Düsseldorfer Altstadt darum eine Waffenverbotszone – in dieser Zeit hat die Polizei mehr als 3000 Kontrollen durchgeführt und dabei 97 verbotene Waffen sichergestellt und vernichtet, darunter 65 Messer. Ebenso viele Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten und Strafverfahren wurden eingeleitet. Das bilanzierte Thorsten Fleiß, Leiter der Polizeiinspektion Mitte.

Etwa die Hälfte dieser Waffen galt auch außerhalb der Verbotszone mit ihren strengeren Regeln als illegal. Bei der anderen Hälfte handelte es sich im gefährliche Gegenstände, hauptsächlich um Messer mit kürzeren Klingen, deren Besitz und Mitnahme eigentlich erlaubt, in der Verbotszone aber untersagt ist.

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„Wir stellen fest, dass sich die meisten kontrollierten Personen kooperativ zeigen“, sagt Fleiß. Viele zeigten sogar Verständnis für die Beschlagnahmung. In elf Fällen gaben die Personen an, das Messer zur Selbstverteidigung eingesteckt zu haben. Klageverfahren, durch die Betroffene ihre beschlagnahmten Messer wieder zurückverlangt hätten, gebe es bislang keine.

Eine Häufung in den Sommermonaten sei bislang nicht auffällig. Klar sei aber: „Es wird wieder voller in der Altstadt“, sagt Fleiß. „Ich gehe nicht davon aus, dass es ein ruhiger Sommer wird.“ Der Polizei stünden herausfordernde Monate bevor, so der Leiter der Polizeiinspektion Mitte. Ein wichtiger Schritt für mehr Sicherheit in der Altstadt sei die Kostenpflichtiger Inhalt Eröffnung der gemeinsamen Anlaufstelle von Polizei und städtischem Ordnungsdienst am Ratshausufer 8.