Meerbusch: DSL für alle ab Herbst?

Meerbusch: DSL für alle ab Herbst?

Hunderte Bürger in den Rheingemeinden und Bösinghoven bekommen kein schnelles Breitband-Internet. Nun hofft die Stadt, dass die fehlenden Leitungen bis September gelegt werden. Ein Glasfaserkabel ist bereits vorhanden.

Im dritten Quartal könnten die letzten Lücken im Meerbuscher DSL-Netz verschwinden. Darauf hofft zumindest die Verwaltung. Bislang ist es so, dass mehrere hundert Bürger in Teilen der Rheingemeinden und von Bösinghoven keine schnelle Breitband-Verbindung ins Internet bekommen können.

Ihnen bleibt nur der Anschluss über vergleichsweise langsame Telefon-Modems (oder der Versuch, sich über das Handynetz ins Internet einzuklinken). Gerade für Geschäftsleute ist das Fehlen eines leistungsfähigen DSL-Anschlusses ein gravierender Nachteil.

Grund für diese weißen Flecken auf der DSL-Karte ist, dass viele Häuser einfach zu weit von den so genannten Wandlern entfernt sind: Verteilerkästen in denen die schnellen Leitungen ankommen. Diese stehen beispielsweise in Strümp, Nierst und Lank-Latum.

Rund 300 000 Euro aus Mitteln des Konjunkturpakets II hat die Stadt nun für DSL-Leitungen vorgesehen — und damit die ursprüngliche Planung aus dem vergangenen Jahr noch um 70 000 Euro aufgestockt.

  • Meerbusch : Langes Warten auf DSL

Ein so genanntes Interessenverfahren der Verwaltung, das abklären sollte, ob ein Anbieter die Leitungen vielleicht ohne diesen Zuschuss legen wolle, verlief erwartungsgemäß erfolglos. "Dazu waren wir gesetzlich verpflichtet", so Jürgen Wirtz, vom Service Zentrale Dienste der Stadt. Nun soll die Vergabe der Leitungen für besagte 300 000 Euro ausgeschrieben werden.

Das Projekt soll in vier Abschnitte aufgeteilt werden, die extra ausgeschrieben werden. So wäre es möglich, dass zwei Anbieter an die Kabelverlegung gehen. Die Verwaltung würde das gern sehen, um sich nicht von nur einem Konzern abhängig zu machen. In der Ausschreibung soll auch ausdrücklich festgelegt sein, dass die Telekommunikationskonzerne, die Kabel verlegen lassen, später auch anderen Anbietern den Zugang zu den neu erschlossenen DSL-Kunden ermöglichen. "Wir hoffen, im Mai ein Ergebnis zu haben", sagt Wirtz.

Gute Chancen auf einen der Aufträge werden Vodafone zugeschrieben. Der Konzern verfügt bereits über ein Glasfaserkabel, das parallel zu einer Gasleitung an Nierst und Bösinghoven vorbeiläuft. Auch die Telekom und Arcor sind als Anbieter im Gespräch. Ob die veranschlagten 300 000 Euro allerdings reichen, gilt als fraglich. Alleine das Verlegen eines Kilometers Glasfaserleitung kostet rund 50 000 Euro.

Dass bald etwas passieren soll, ist ganz im Sinne des Regierungspräsidenten. "Ich möchte, dass es bei uns im Regierungsbezirk zukünftig keine weißen Flecken beim DSL mehr gibt", erklärte Jürgen Büssow erst vor einigen Tagen. Die Bezirksregierung bietet ebenfalls Fördertöpfe an. Sie hat jedoch in erster Linie den ländlichen Raum im Auge, also Gemeinden mit weniger als 10 000 Einwohnern. Meerbusch hat allerdings knapp 54 000.

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(RP)