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Meerbusch: Dorfstraße: Planer in Sackgasse

Meerbusch : Dorfstraße: Planer in Sackgasse

Die Politik kommt beim Versuch, die Ortsdurchfahrt für Radfahrer und Fußgänger sicherer zu gestalten, nicht weiter. Die Stadtverwaltung sieht bei jedem Vorschlag nur Hindernisse.

Büderich Wie ein Gewitter brach die Kritik der Politiker über Ekkehard Deußen, Abteilungsleiter Straßenbau in der Stadtverwaltung, herein. Bürgervertreter aller Parteien äußerten unmissverständlich ihre Unzufriedenheit über den Vortrag Deußens zur Dorfstraße (L 30) in Büderich. Die Grünen hatten beantragt, planerische Lösungen zu finden, um ein verträgliches Nebeneinander von Autofahrern, Radlern und Fußgängern zu gewährleisten oder zumindest zu verbessern.

In der Kurzfassung antwortete Deußen: Die Straßenverhältnisse seien derart beengt, dass sich im Prinzip nichts verändern lasse, und die Trägerschaft und Zuständigkeit für den Verkehrsweg liege darüber hinaus noch beim Land. Prinzipiell gebe es zwar zwei Lösungsansätze, die seien jedoch mit erheblichen Nachteilen verbunden, meinte Deußen. Die Stadt könnte die Bäume fällen, auf Stellplätze verzichten und einen einseitigen durchgehenden Rad- und Gehweg anlegen. Es seien jedoch erheblicher Widerstand der Meerbuscher gegen die Beseitigung der Bäume und Konflikte zwischen Radlern und Fußgängern zu erwarten.

Die Alternative wäre eine Einbahnstraßenregelung auf der Dorfstraße und der Büdericher Allee. Dadurch würden Verkehrsströme von einer Landstraße auf eine untergeordnete Anliegerstraße verlegt. Schwierigkeiten seien ferner in der Schulwegsicherheit zu erwarten, weil dort eine Grundschule sei.

Heinz Ruyter (Die Grünen) trieb der Vortrag die Zornesröte ins Gesicht: "Wir wollen nicht wissen, warum es nicht geht, wir wollen Lösungen." Ruyter bemängelte die offenbar "fehlende Fantasie" und fragte, warum die Verwaltung nicht – wie von den Grünen empfohlen – externen Sachverstand hinzu geholt habe. Warum seien der Landesbetrieb Straßen NRW oder der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club nicht eingebunden?

"Wenn man Lösungen finden will, geht das sicherlich", meinte CDU-Ratsherr Mike Kunze. Und das Problem der Schulwegsicherheit sei ganz einfach zu lösen. Die Kinder der Mauritius- und der Brüder-Grimm-Grundschule könnten neben der neuen Mediothek sicher vom Dr.-Franz-Schütz-Platz aus ihre Klassen erreichen. Der Zugang sowohl von der Dorfstraße als auch von der Büdericher Allee sollten geschlossen werden, erklärte er. Kostenargumente und die Vorwegnahme der Bürgerreaktionen seien nicht vorrangig Aufgabe der Verwaltung. Kunze besteht auf dem Primat der Politik. "Das entscheiden wir, wie viel uns das wert ist."

"Lassen sie uns doch mal Geld in die Hand nehmen, um durchzuplanen, was die Realisierung der Einbahnstraßenvariante kosten würde", sagte Wolf Meyer-Ricks (FDP). Aus der Haut fuhr Andreas Rennertz (CDU). Er will die Privilegien für bestimmte Anwohner der Büdericher Allee nicht länger hinnehmen, erklärte er. Das sei eine ganz normale Straße, die namhafter Anwohner wegen verkehrsberuhigt worden sei. "Es ist höchste Zeit, das wieder rückgängig zu machen", sagte Rennertz. Für den versöhnlichen Ausklang sorgte das Rats-Urgestein Leo Jürgens (CDU): Er rückte Deußen aus dem Fokus der Kritik heraus und meinte: "Es steht uns allen frei, sachdienliche Anträge zu stellen."

(RP)