Meerbusch: Dorfstraße: Neuer Ärger um Abschlepp-Aktion

Meerbusch: Dorfstraße: Neuer Ärger um Abschlepp-Aktion

Am Samstag Mittag kam es nach einer neuerlichen Abschlepp-Aktion am "Kaiser's"-Parkplatz an der Dorfstraße zu tumultartigen Szenen. Ein Bürger fühlte sich von Mitarbeitern der Abschleppfirma bedroht und rief die Polizei.

Die Tengelmann-Holding als Eigentümerin der Parkflächen lässt seit gut zwei Wochen regelmäßig Autos von dem Gelände abschleppen. Entfernt werden sollen allerdings nur Pkw, die Zufahrten blockieren oder deren Fahrer sich nicht an die Parkscheibenregelung (Parken nur mit Parkscheibe, maximal zwei Stunden) halten.

Parkscheibe im Fenster

"Ich hatte die Parkscheibe um kurz nach 12 Uhr gut sichtbar hinter der Frontscheibe gelegt und habe auf einer gekennzeichneten Fläche geparkt", sagt Patrick Wirtz. "Dann habe ich meinen Sohn zum Schwimmbad gebracht und bei ,Kaiser's' Lebensmittel eingekauft. Als ich gegen 12.25 Uhr aus dem Laden kam, hing mein Auto am Haken".

Laut Wirtz behauptete der Mitarbeiter des Abschleppdienstes, der graue Passat-Kombi parke dort bereits zwei Stunden und werde somit nun rechtmäßig entfernt. "Die Parkscheibe, die das Gegenteil bewies, hat ihn überhaupt nicht interessiert", ärgert sich der Osterather, der die Situation mit Fotos dokumentierte. Die Abschlepper ließen den Wagen vom Haken, verlangten aber 110 Euro und stellten sich vor das Auto. Wirtz fühlte sich durch dieses Vorgehen bedroht und rief die Polizei. "Die Beamten haben mir geraten, das juristisch zu klären", so Wirtz, der schließlich zahlte. Er will sich jetzt bei der "Kaiser's"-Zentrale beschweren und um Rückerstattung bitten. Der Abschleppdienst wollte sich zu den Vorwürfen gegenüber der RP nicht äußern.

  • Meerbusch : Aktion mit Haken

Wirtz war nicht der einzige, der sich an diesem Samstag ungerecht behandelt fühlte. "Ich war gerade mal für 15 Minuten bei ,Kaiser's' einkaufen, und schon hing mein Wagen am Haken", sagt Bärbel Böker. "Ich habe vorher extra geschaut, ob ich an der Stelle parken darf, und es gab kein Verbotsschild". Sie räumt allerdings ein, die Parkscheibe nicht ins Fenster gelegt zu haben. Auch die Osteratherin zahlte unter Protest. Mehrere anderer Bürger mussten ebenfalls Geld ziehen, um ihre Wagen auszulösen.

Lob für Rewe-Parkplatz

Dass auch gut besuchte Supermärkte ohne rigide Abschleppaktionen auskommen, beweist unter anderem der Rewe-Markt am Bommershöfer Weg in Osterath. "Wer dort falsch parkt, wird von einer Politesse darauf aufmerksam gemacht oder bekommt ein Knöllchen", so Wirtz. Allerdings handelt es sich bei diesem Parkplatz um eine städtische Fläche — auf Privatparkplätzen wie an der Dorfstraße können Politessen jedoch nicht tätig werden.

(RP)