Meerbusch: Dorfschenken, Säle, Biergärten

Meerbusch : Dorfschenken, Säle, Biergärten

Historische Ansichten von Sälen, Biergärten und Theken von 1900 bis 1960 haben Stadtarchivar Michael Regenbrecht und Stadtpressesprecher Michael Gorgs zusammengetragen und in einen Kalender mit 24 Blättern gebunden.

Stadtpressesprecher Michael Gorgs und Stadtarchivar Michael Regenbrecht haben im Archiv gegraben und Erstaunliches hervorgeholt: Ansichten von Gasthäusern aus den Jahren 1900 bis 1960. Insgesamt 24 Motive haben sie ausgewählt — für jeden Monat zwei — und drucken lassen.

Das Ganze ist zu einem Wandkalender für das Jahr 2011 gebunden. Format: DIN A 3. Vom Titelblatt, das eine deftige, bunte rheinische Platte zeigt, sollte der Interessent sich nicht irritieren lassen. Es werden keine rheinischen Spezialitäten gezeigt, sondern die Räume, in denen diese serviert wurden.

Aus allen Meerbuscher Stadtteilen haben die beiden Verwaltungsmänner passende Ansichten gefunden. Selbst in Ilverich gab's eine Gaststätte, von der auch eine Fotografie erhalten ist: Der "Krug zum grünen Kranze". "Ich habe das Wirtepaar Winkes kurzerhand besucht", berichtet Gorgs. Auf dem alten Foto vor ihrer Kneipe steht ein Schimmmelpaar, das eine Kutsche zieht.

"Das haben die Nachbarn damals organisiert", erinnert sich Hans-Peter Winkes (71), der damals mit diesem Gefährt zur Taufe in die Nachbarstadt gefahren wurde. Mit Nachbarstadt war übrigens Lank gemeint. Die aktuelle Einrichtung der Familie Winkes in Ilverich sei eines Wirtepaars würdig, berichtet Gorgs. Sie haben Teile des Mobiliars aus der ehemaligen Gaststätte "Zur ewigen Lampe" in Lank gekauft. Die ewige Lampe, ebenfalls im Kalender abgebildet, ist Vorgänger des Bistros am Wasserturm.

Zu sehen sind im Kalender unter anderem die "Dorfschänke Bösinghoven", das "Kinderparadies Dammer", "Haus Niederrhein" und "Hasenberta", "Haus Wellem" oder das "Gut Mönchenwerth". "Es gab auffallend viele Biergärten", haben Regenbrecht und Gorgs bei den Recherchen festgestellt."

Orte, für alle Gelegenheiten

Sie wollten einen Kalender machen, zu dem die Menschen eine Beziehung entwickeln oder bereits haben. "Gaststätten spielen eine zentrale Rolle im Leben: Dort wird Taufe oder Konfirmation gefeiert, Leichenschmaus gehalten oder der 75. Geburtstag gefeiert", so Gorgs. Zwölf Monate lang können sich Heimatfreunde an den Ansichten erfreuen. Wer besondere Erinnerungen zu einem der Motive loswerden möchte, kann sich an Archivar Michael Regenbrecht, Telefon 02132/916 358, wenden.

(RP)
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