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Die Standortsuche für den geplanten Konverter zieht sich seit Jahren hin.

Doppelkonverter in Osterath : Die Standortsuche – eine unendliche Geschichte

(ayr) Die Standortfrage in Sachen Doppel-Konverter ist immer noch nicht endgültig beantwortet. Die betroffenen Bürger, aber auch Meerbuschs Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage, werfen den Verantwortlichen vor: „Wir werden hier das Opfer, weil keine Verantwortungsübernahme erfolgt.“ Sie blickte in ihrer Rede auf die Chronik der Standortsuche zurück:

Das wichtigste Kriterium sei früher der Abstand zur Wohnbebauung gewesen, 2014 sei Osterath aus der Betrachtung gefallen. Der Standort war laut Amprion „Definitiv vom Tisch“, die Osterather feierten. Dann wurde der Abstand zur Wohnbebauung als „nicht rechtssicheres Kriterium“ eingestuft, die Tannenbaumfläche in Osterath rückte zu der Dreiecksfläche in Kaarst direkt auf Platz eins. Beide Flächen wurden von Amprion erworben. „Bei der Dreiecksfläche ist mit 1300 Meter Abstand zur Wohnbebauung die geringste Betroffenheit. Es wurde sogar gesagt, die Kiesfläche mache nur ein Prozent des Kiesabbaus aus, sie sei unbedeutend, verzichtbar. Was spricht gegen die Dreiecksfläche?“, fragte die Bürgermeisterin schließlich.

Amprion-Mitarbeiter Oliver Cronau rechtfertigte sich: „Der Bund ist der Auftraggeber. Wir führen nur aus.“ Er sagte allerdings auch: „Die Dreiecksfläche in Kaarst ist die bestgeeignete Fläche. Wir haben auch viel Kraft und Engagement reingesteckt. Die Umwidmung sollte erfolgen. Aber die Zeit läuft weg und bis 2025 ist der Konverter dringend erforderlich.“ Je kleiner das Zeitfenster wird, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass der Konverter nach Osterath kommt. „Wir befinden uns in der ersten Stufe, der Bundesfachplan wurde im September bei der Bundesnetzagentur eingereicht.“

Sven Serong von der Bundesnetzagentur erklärte: „Wir sind momentan in der Phase, in der wir die Antragsunterlagen bearbeiten und vervollständigen, danach wird das Ganze veröffentlicht. Dann kann jede Person Einwendungen oder Proteste über ein Schreiben kundtun und wird zu einem Erörterungstermin eingeladen“. Es gibt noch zwei Möglichkeiten, wie der Konverter in Osterath verhindert werden kann. Erstens könnte die Bundesnetzagentur mittels einer Zielabweichung die Kiesfläche in Kaarst als Fläche für Energie beantragen, dafür wäre allerdings die Zustimmung der Stadt Kaarst erforderlich. Die andere Möglichkeit wäre die Umwidmung der Fläche durch den Regionalrat.