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Die Stadtwerke in Meerbusch senken die Preise

Gas und Strom : Die Stadtwerke Meerbusch senken die Preise

Die Stadtwerke wollen Neu-Kunden, die von Lieferstopps betroffen waren, nun günstigere Sonderverträge anbieten. Der Versorger erklärt, warum das erst jetzt möglich ist.

(RP) Auch die Stadtwerke Meerbusch beliefern inzwischen solche Kunden, denen ihr jeweiliger Stromversorger gekündigt hatte. Damit kommt das Unternehmen seiner gesetzlichen Verpflichtung nach und stellt als örtlicher Grundversorger die Belieferung der betroffenen Bürger mit Energie sicher.

Aufgrund der extremen Preisentwicklungen an den Beschaffungsmärkten für Strom und Gas hatten nach Angaben der Stadtwerke größere Energiehändler wie etwa Stromio und Gas.de ihre Lieferungen zum Jahresende eingestellt. Zuerst habe der Gasversorger Gas.de seinen Kunden Lieferungen bereits zum 2. Dezember 2021 gekündigt. Am 21. Dezember habe dann Stromio, ein Energieunternehmen aus Kaarst und Schwesterunternehmen der Gas.de, seine Stromlieferungen eingestellt. Begründet wurden diese Kündigungen mit der unvorhersehbaren Preisexplosion an den europäischen Handelsplätzen.

Da die Beschaffungspreise an den Märkten teilweise um ein Vielfaches gestiegen waren und zusätzliche Mengen beschafft werden mussten, sei jedoch zwischenzeitlich für die Stadtwerke Meerbusch eine wirtschaftliche Energielieferung zu den bisherigen Konditionen für die neu hinzugekommenen Kunden nicht möglich gewesen, argumentiert der Versorger. Aktuell scheine sich die Marktlage aber etwas zu entspannen, sodass die Stadtwerke nun in der Lage seien, die Preise für die Grund- und Ersatzversorgung abzusenken, teilt eine Sprecherin mit. Die Stadtwerke wollen den von den Lieferstopps ihrer Versorger betroffenen Kunden nun „wirtschaftlich interessante Sonderverträge“ mit Laufzeiten von 24 Monaten anbieten.

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Lag beim Strom für Neukunden der Verbrauchspreis für die Grund- und Ersatzversorgung ab 21. Dezember 2021 aufgrund der besonderen Marktsituation bei 80,22 Cent je Kilowattstunde, senken die Stadtwerke den Preis nun auf 55,93 Cent je Kilowattstunde. Auch die Gaspreise in der Grund- und Ersatzversorgung wurden nach unten angepasst. Hier lag der Verbrauchspreis zuletzt bei 25,83 Cent je Kilowattstunde und wird nun auf 16,55 Cent je Kilowattstunde abgesenkt.

Die Preissenkungen sind am 15. Januar in Kraft getreten. Alle von den Lieferstopps betroffenen Kunden erhalten von den Stadtwerken noch in diesem Monat ein schriftliches Angebot für einen Sondervertrag mit einer Vertragsdauer von 24 Monaten. Geschäftsführer Tafil Pufja beschreibt die Situation so: „Die Einkaufssituation hat sich an den Märkten zwar leicht entspannt, wir bewegen uns aber weiterhin auf einem hohen Preisniveau. Wir sind froh, dass wir jetzt die von den Lieferstopps betroffenen Kunden mit der Weitergabe der reduzierten Beschaffungspreise in der Grundversorgung deutlich entlasten können.“

Pufja berichtet, dass die Stadtwerke sich in der Regel vorausschauend Strom- und Gaskontingente sichern, um den Energiebedarf ihrer Kunden zu decken. Für die unerwartete Anzahl von Neukunden, weil deren Lieferanten ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen konnten, hätten die Stadtwerke unterdessen zu extrem hohen Preisen kurzfristig zusätzlich Energie beschaffen müssen, führt Pufja weiter aus.

Aneta Knebel, Leiterin für Vertrieb und Kundenservice bei den Stadtwerken, beschreibt die Lage so: „Neben den hohen Beschaffungskosten verteuern auch Steuern und staatliche Abgaben die Energiepreise. Steuern und staatliche Abgaben haben am Strompreis einen Anteil von fast 70 Prozent, beim Gaspreis von rund 56 Prozent. Da bleibt wenig Spielraum für Beschaffung, Vertrieb und Kundenservice.“

Die neuen Preise und Tarife sind auf der Internetseite der Stadtwerke veröffentlicht. Unter stadtwerke-meerbusch.de können Kunden auch über stadtwerke-meerbusch.de/kundenportal in einen anderen Tarif wechseln. Dieser Weg empfiehlt sich besonders im Moment, weil das Servicebüro in Büderich Am Pfarrgarten wegen der Pandemie-Situation bis auf weiteres für den Kundenverkehr geschlossen bleibt. Deshalb wollen mehr Kunden ihre Anliegen telefonisch vortragen: „Trotz verstärkter Personalressourcen kann es aktuell zu Wartezeiten im telefonischen Kundenservice kommen“, kündigt die Sprecherin an.