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Meerbusch: Die Schranke bleibt unten

Meerbusch : Die Schranke bleibt unten

Ein Bürgerantrag auf Öffnung der Schranke am Bommershöfer Weg ist im Planungsausschuss gescheitert. Nun will die Politik über den Verkehr in ganz Osterath nachdenken.

Der Bommershöfer Weg in Osterath ist zweigeteilt. In Höhe des Caritas-Seniorenheims Hildegundis vom Meer versperrt seit mehr als 20 Jahren eine Schranke die Weiterfahrt. Sie öffnet sich nur für Linienbusse, Rettungswagen und die Polizei. Anwohner versuchten nun mit einem Bürgerantrag die künstliche Barriere für den Pkw-Verkehr zu öffnen. Die Politiker ließen dies nicht zu, wollen nun aber generell über die Verkehrsströme in Osterath nachdenken.

Die Schranke (Kostenpunkt: 30.000 D-Mark) war 1990 im örtlichen Bebauungsplan festgeschrieben worden, um "ortsfremden Inidividualverkehr" aus der Siedlung zu halten und die Straße für Altenheimbewohner, Schüler und Kita-Kinder sicherer zu machen. Die Antragsteller bezweifeln, dass diese Argumente heute noch stichhaltig sind, schließlich fließt der Verkehr dort mittlerweile hauptsächlich über die 1995 eröffnete Westumgehung. Ortsfremde wären auf den Bommershöfer Weg dadurch nicht mehr angewiesen.

Die Antragsteller haben per Routenplaner ausgerechnet, dass die Schranke dahinter wohnende Bürger dazu zwingt, mit ihren Autos statt des direkten Wegs von 650 Metern ins Osterather Ortszentrum Umwege von 2,1 bis 2,7 Kilometern zu fahren. Eine Öffnung würde daher aus ihrer Sicht auch dem Einzelhandel im Ortskern helfen. Für sie wäre die Öffnung "ein erster Schritt zu einem Verkehrskonzept für Osterath". Unterstützung bekamen sie von den Liberalen: "Die Situation ist heute eine andere als vor 22 Jahren", sagte Bernd Schumacher-Adams (FDP) und plädierte für die Öffnung der Schranke.

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CDU-Fraktions-Chef Werner Damblon widersprach: "Wir sollten die Maßnahme ganzheitlich betrachten und uns die Verkehrsführung an verschiedenen Stellen ansehen". Er sprach sich dafür aus, den Antrag zunächst abzulehnen und die Schranke später in einem "Masterplan Osterath" erneut zu besprechen. Nicole Niederdellmann-Siemes sah es ähnlich: "Die Öffnung hätte Vor- und Nachteile.

Klar ist, dass in Osterath etwas geschehen muss. Es ist aber schwierig, an einer Stelle etwas zu machen, ohne die Auswirkungen auf das Ganze zu betrachten". Bei den Grünen stieß die Forderung, die Schranke zu öffnen, auf Kritik. Beschließe die Politik die Schranken-Öffnung, würde eine Umsetzung der nötigen B-Plan-Änderung ein halbes bis ein Jahr dauern. Laut Verwaltung sprachen sich auch 86 Anwohner schriftlich gegen eine Öffnung aus. Sie argumentieren mit der Verkehrssicherheit und der Lärmbelastung. Die Verwaltung will den Status Quo beibehalten.

(RP/ila)