Meerbusch: Die Meerbuscher Seenplatte

Meerbusch: Die Meerbuscher Seenplatte

Der Kiesabbau hat dafür gesorgt, dass es in Meerbusch 13 Seen gibt, weitere liegen direkt hinter der Stadtgrenze. Die meisten haben nicht mal einen Namen und sind in Privatbesitz. Die RP stellt die Gewässer in einer Serie vor.

Meerbuschs Seen fallen nicht gleich ins Auge. Meist liegen sie versteckt, etwas abseits der Hauptstraßen. Aber was die Anzahl der Gewässer angeht, kann die Stadt im Grünen durchaus mit beliebten Naherholungsgebieten wie der Sechs-Seen-Platte in Duisburg mithalten.

Der Kiesabbau für die Autobahn bescherte der Kommune 13 ausgedehnte, bis zu 20 Meter tiefe Löcher, die sich schnell mit Grund- und Regenwasser füllten. Die Wasserflächen sind allerdings eine Nummer kleiner als in Duisburg — und fast alle in Privatbesitz. Die meisten haben nicht einmal Namen und stehen in der Regel unter Landschaftsschutz. In mehreren Jahrzehnten haben sich am und im Wasser Biotope entwickelt, die einer weiteren Nutzung oft entgegenstehen.

Wassersport ist nur auf Meerbuschs mit 91.275 Quadratmetern größtem Gewässer, dem so genannten Bö- oder B-See am Weilerhof in Bösinghoven, möglich. Dort wird getaucht, gesegelt und gesurft. Auf Taucher wartet in etwa sechs Meter Tiefe sogar ein Wrack. Weil der B-See wie alle Baggerseen sehr steile Ufer hat, ist er nach Auskunft der Verwaltung zum Baden nicht geeignet (geschwommen wird dort an heißen Tagen trotzdem).

Surfen auf dem Thunissensee

Praktisch ein reines Surfgewässer ist der Thunissensee, wo der Windsurfing Club Meerbusch seine Wettkämpfe ausrichtet. Dieser malerische 150.000-Quadratmeter-See zwischen Büderich, Osterath und Kaarst liegt allerdings schon auf dem Gebiet der Nachbarstadt. Die ausgedehnten Kiesteiche, an denen man unweigerlich vorbeikommt, wenn man aus Richtung Süden über die A57 nach Osterath fährt, gehören ebenfalls schon zu Kaarst.

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Die einzige Meerbuscher Wasserfläche im Eigentum der Stadt ist der Latumer See. Der Fischereisportverein Lank kümmert sich um das fünf bis sechs Meter tiefe Gewässer. Wegen seines Fischreichtums (unter anderem Hechte, Zander, Karpfen, Rotaugen, Welse) ist der See bei Anglern beliebt.

"Nur angucken" dürfen Spaziergänger das Baggerloch im Naturpark Eisenbrand/Hülsenbusch von einer Aussichtsplattform aus. Ein Wanderweg führt an das 68.600 Quadratmeter große Gewässer heran. Der zweite, kleinere See im Park hat sich zu einem Biotop entwickelt und soll weiter sich selbst überlassen bleiben.

Im Norden Osteraths, nahe der Therapieklinik, liegen drei Seen. Die beiden südlichen ("Schmitz' Kuhl") sind von parkähnlichem Baumbestand umgeben. Der zum Grünen Weg hin gelegene See hat Flachwasserzonen, in denen Schilf wächst. Beide Seen sind über Wirtschaftswege erreichbar, aber eingezäunt. Ein wichtiger Rückzugsraum für Vögel — der Grüne Weg ist regelmäßig Laufbahn für Kröten, die in in den Seen laichen.

Die Meerbuscher Seen sind auch immer wieder Thema der Politik. 2007 hatte die Verwaltung auf Bitte der Grünen eine Aufstellung aller Baggerseen erarbeitet. Die CDU kündigt in ihrem Kommunalwahlprogramm an, ein Baggerloch "zu einem anspruchsvollen und sauberen Badesee" ausbauen zu wollen. Welchen der 13 Seen die Christdemokraten im Auge haben, verraten sie dabei allerdings nicht.

(RP)