Meerbusch: Die Kultur als Lebenswerk

Meerbusch: Die Kultur als Lebenswerk

Der Dreiklang aus Büchern, Kunst und Musik ist das Alleinstellungsmerkmal des urigen Buch- und Kunstkabinetts Mönter im Herzen von Osterath. "So eine Buchhandlung wie hier gibt es nirgends mehr", befand schon Martin Walser.

"Schon immer wollte ich Buchhändler werden", erzählt Konrad Mönter. Erst arbeitete er allerdings als Banker, um sich seinen Wunsch zu finanzieren. Schließlich wechselte er den Beruf, der ihm bis heute mehr Vergnügen als Arbeit bedeutet. "Ich halte mich mehr hier auf als zu Hause", sagt er schmunzelnd.

Vor mehr als 30 Jahren kam Konrad Mönter mit seiner Familie nach Meerbusch, um sich seinen Lebenstraum von der eigenen Buchhandlung zu erfüllen. Aus den verfallenen Häusern einer denkmalgeschützten Dampfmühle entstand über die Jahre das einzigartige Kulturzentrum am Osterather Kirchplatz. "Die Verbindung von Büchern, Kunst und Kultur ist von Beginn an unsere Intention gewesen", sagt Mönter.

Anfänglich erwarb er das "Bücherhaus". Dort befindet sich seither der Verkaufsraum. Auf drei Etagen vom Paterre bis unters Dach gibt es rund 100.000 Bücher aller Genres zu entdecken. Dazwischen finden sich moderne Skulpturen, in Vitrinen werden Werke und Grafiken etwa von Joseph Beuys ("Objekt zum Schmieren und Drehen") ausgestellt. Mit der Zeit erwarb der Buchhändler auch die weiteren beiden Häuser der alten Mühle. Diese beherbergen die dem Bücherhaus angeschlossene Galerie. Bis dato fanden dort rund 767 kulturellen Veranstaltungen, darunter Ausstellungen, Kammerkonzerte und Literaturveranstaltungen, statt. Immer getreu Mönters Lebensmotto "Lieber möchte ich schockieren als langweilen."

Dass Konrad Mönter im nächsten Jahr neben dem 35-jährigen Bestehen seines Kulturzentrums auch seinen 85. Geburtstag feiert, merkt man ihm nicht an. "Die Begegnung mit Kunden und Künstlern hält jung und motiviert mich zum Weitermachen", sagt der Buchhändler und scherzt: "Am liebsten möchte ich die Buchhandlung bis zu meinem 100. Geburtstag führen".

Zur Lesung von Martin Walsers (r.) Roman "Die Inszenierung" kamen mehr als hundert Meerbuscher. Foto: Dackweiler Ulli
(RP)
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