Meerbusch: Die Jugend rockt das neue JuCa

Meerbusch : Die Jugend rockt das neue JuCa

Rund 280 Jugendliche kamen zur Eröffnungsparty des neuen Meerbuscher Jugendcafés in Osterath. Top-DJs wie Jens Lissat legten auf und machten Stimmung in der Halle auf dem Betriebsgelände der "Alten Seilerei".

Die Halle 9 auf dem Betriebsgelände der "Alten Seilerei" war am Freitagabend schon von weitem zu sehen — grüne, rote und gelbe Disco-Lichter erhellten den Himmel. Vor dem Gebäude bildeten junge Menschen zwischen 13 und 21 Jahren eine lange Schlange. Sie alle kamen zur Eröffungsparty des Meerbuscher Jugendcafés in Osterath "JuCa/Halle 9". Rund 280 waren beim ersten Abend dabei.

"Wir sind total erleichtert. Dieser Andrang übertrifft ganz klar unsere Erwartungen", sagte Dragan Mizdrak. Der Sozialpädagoge wird die Einrichtung künftig leiten. Zwar ging die Party erst um 19.09 Uhr los. Die Türen waren aber schon um 17 Uhr geöffnet, damit sich die Jugendlichen vorab einen Eindruck machen konnten. "Mehr als 50 Jungen und Mädchen wollten das ,JuCa' schon vorab testen", sagte Andreas Harms vom Osterather Betreuungsverein, Träger des Jugendcafés.

In der großen Halle mit dem Bühnenbereich warteten auf die jungen Besucher Stargäste wie der Breakdance-Weltmeister Can Berdermann oder DJ Jens Lissat. Die Bässe dröhnten so laut, dass einem der Brustkorb vibrierte. Nur auf der Tanzfläche verhielt es sich am Abend noch etwas ruhig.

Im Bistrobereich nebenan tummelten sich die Jugendlichen auf schwarzen Sitzwürfel. An der Wand hängen drei eingerahmte Poster der Metropolen New York, Paris und London. Darunter drei Uhren — jede zeigt die Zeit der jeweiligen Hauptstadt an. "Das Jugendcafé ist ein Experiment", sagte Norbert Stirken, Vorsitzender der Musikszene, die für das kulturelle Programm zuständig ist.

"In den kommenden Monaten wird sich noch entscheiden müssen, ob die Jugendlichen es weiterhin so gut aufnehmen wie heute Abend." Nach einem halben Jahr werde dann der Mietvertrag verlängert oder nicht. Harms sagte: "Für jede Idee zum Programm und der Einrichtung sind wir offen." Zum Beispiel welche Spielekonsole für den Loungebereich angeschafft werden sollte. Bislang stehen dort ein Billardtisch, ein Kicker und schwarz-weiße Ledersofas.

Die 14-jährige Alena stört sich ein wenig an dem Namen der Einrichtung. "Lass mal zur JuCa/Halle 9 gehen' — das klingt sperrig", sagt sie. "Nur ,Halle 9' passt viel besser zur 1a-Location." Weitere Anregungen waren die Beschilderung von "JuCa" und altersspezifische Veranstaltungen. Die erste Party war für alle Altersgruppen gedacht — aber nicht für alle gleich lang. So mussten die 13-und 14-Jährigen die Halle um 22 Uhr verlassen. Das schreibt das Jugendschutzgesetz vor. Den Liveact Evolaer und den DJ Wollion, konnten sie nicht mehr erleben. Bleiben durften Fabian (18) und seine Schützenkameraden. Fabian sagte: "Schade, dass es das nicht früher gegeben hat, als wir kleiner waren. Aber für die nächsten Generationen ist das einfach spitze."

(RP)
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