1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Meerbusch: Die Frühlingsboten im Weyhe-Park

Meerbusch : Die Frühlingsboten im Weyhe-Park

Bei der Naturkundlichen Führung durch den Park gab es Schneeglöckchen, Wasserpflanzen und Knospen zu sehen

Das Laub raschelt unter den Schritten der neugierigen Besucher, die Blicke gehen suchend umher und immer wieder klicken Fotoapparate: Der Weyhe-Park steht an diesem Mittwochnachmittag im Mittelpunkt einer naturkundlichen Führung, die gut zwei Stunden vorbei an Bäumen und Sträuchern führt. Was auf den ersten Blick kahl und verwittert aussieht, ist bei genauem Hinsehen die "heiße Phase" vor dem Einsetzen des Frühlings. "Wir schauen, was da ist, bevor alles mit Grün übersät ist", kündigt Regina Thebud-Lassak ihre Führung in der Begrüßung an.

Schon nach wenigen Schritten zeigen sich die ersten zarten Blüten der Schneeglöckchen, die aus dem laubbedeckten Boden hervorlugen. Dazu kommen an der ein oder anderen Stelle Schabenkraut und Moschuskraut. Thebud-Lassak gräbt vorsichtig die Pflänzchen aus und lässt die rund 50 Besucher, die zum Weyhe-Park gekommen sind, gerne losraten. "Anfang Mai wird das alles verschwunden sein."

Je weiter es auf das Park-Gelände geht, desto größere Schneeglöckchen-Teppiche gibt es auf dem hügeligen Boden. Tierische Helfer — nämlich Ameisen — tragen dazu bei, dass sich die Pflanze mit den weißen Blüten so gut verbreiten kann, erzählt die Führerin der Exkursion. Sie fressen Teile der Fruchtkapseln, während sie die Blumenstängel zu ihrem Bau transportieren. Was sie nicht mögen, lassen sie fallen, und mit etwas Glück keimen daraus im nächsten Jahr neue Schneeglöckchen.

  • Katja Haverkamp und Lukas Kleinwächter werden
    Start-Up aus Meerbusch : Der Waschbär macht Tonnen sauber
  • Amédé Ackermann zeigt seine Werke in
    Kunst in Meerbusch : Amédé Ackermann zeigt Fotografien aus der Serie „3030“
  • Mobilität : Lime-Scooter starten in Meerbusch

Es geht vorbei an Rotbuche, Rosskastanie, Magnolie, Linde und Ginkgo. Der einzigartige Baumbestand bietet mehr als 20 Arten, erklärt die Diplom-Biologin, die sich auf das Fachgebiet Botanik spezialisiert hat. An vielen Bäumen sind bereits die glänzenden Knospen zu sehen, die Vorboten der Blüte des Frühlings und Sommers sind. Bei der Führung gibt Thebud-Lassak auch preis, welche Farbe Insekten nicht sehen können (rot), warum Brennnessel so nützlich (weil man sie gekocht essen kann) ist und warum die Suche nach Misteln so schwer sein kann (weil doch keine da sind).

Die Führung eignet sich auch für einen Blick auf die Geschichte von Haus Meer. Die Gruppe kommt an der alten Remise und den Resten des ehemaligen Eiskellers vorbei. Um die kleine verwitterte Holztüre, die in die Mauer eingelassen ist, kursieren mehrere Geschichten. Möglicherweise verließen die Nonnen des einstigen Prämonstratenserinnenklosters durch sie das Gelände für einen Ausflug.

Einer der letzten Haltepunkte ist der Mühlenbach. Drei Arten von Wasserpflanzen entdeckt Thebud-Lassak hier. Da sie noch nicht blühen, kann sie sie nicht sicher identifizieren. Nur das Sumpfvergissmeinnicht kann die Expertin erkennen. Der Weyhe-Park ist normalerweise nicht zugänglich, soll aber im Sommer sonntags für Besucher geöffnet werden. "Der Förderverein setzt sich für eine dauerhafte Öffnung ein", sagt Ludwig Petry vom Meerbuscher Kulturkreis. Winfried Jansen, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Haus Meers, ergänzt: "Der Park soll für die Öffentlichkeit erhalten bleiben. Wir brauchen Politiker, die sich für Haus Meer einsetzen."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Naturkundliche Führung im Weyhe-Park

(RP/rl)