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Meerbusch: Die ersten "Bufdis"

Meerbusch : Die ersten "Bufdis"

Drei Monate nach Ende des Zivildienstes haben die ersten Bundesfreiwilligen mit ihrer Arbeit in Heimen, Kliniken und bei Wohlfahrtsverbänden begonnen. Wie viele es in Meerbusch sind, weiß nicht einmal die BFD-Zentrale.

Auf den Fluren der St. Mauritius-Therapieklinik ist Fabian Brügel eine Art Dauerläufer. Dabei geht es dem 20-Jährigen weder um flottes Tempo noch um möglichst viele Kilometer: Er ist mit dafür verantwortlich, rund 20 kleine Patienten einer neuropädiatrischen Kinderstation pünktlich zu Behandlungsterminen zu bringen — und sie danach wieder auf die bunt dekorierte Station zu begleiten. Eine Aufgabe, die bislang von Pflegekräften und Zivis erfüllt wurde. Der junge Osterather ist nun der erste Bundesfreiwillige ("Bufdi") der Klinik.

Nachdem zum Start des kurzfristig aus dem Boden gestampften Dienstes im Juli noch keine "Bufdis" verfügbar waren, weisen die Wohlfahrtsverbände nun Meerbuscher Kliniken, Heimen und Hilfsvereinen die ersten BFD'ler zu. Wie viele Bundesfreiwillige es zurzeit in der Stadt gibt, kann dabei nicht einmal die Zentrale des Dienstes sagen. "Unsere regionale Datenbank steht erst im Oktober", heißt es.

Die Zahlen der Träger zeigen, dass der mit 300 Euro pro Monat (plus Verpflegungsgeld) entlohnte neue Dienst bislang nur einen Bruchteil der wegfallenden Zivistellen ersetzt. "Im Rhein-Kreis Neuss haben wir inzwischen zehn ,Bufdi'-Plätze besetzt", teilt etwa der DRK-Landesverband mit. Im Gegensatz zum verhaltenen Start sei das Interesse am neuen Dienst inzwischen aber deutlich gewachsen.

Fabian Brügel konnte sich nach Absolvieren der Realschule Osterath und dem Abitur am Berufskolleg in Uerdingen nicht für ein Studium entscheiden, wollte aber unbedingt "etwas Vernünftiges machen".

Da sein Bruder auf der Kinderstation der Rehaklinik bereits Zivildienst geleistet hatte, bewarb sich Brügel (über das DRK) ebenfalls bei der überregional bekannten Reha-Einrichtung. Nach einem Info-Gespräch mit der stellvertretenden Pflegedienstleiterin Barbara Beeg bekam er die Stelle.

Für die kleinen Patienten ist der junge Mann nun ein Jahr lang eine wichtige Kontaktperson. Sein Dienst beginnt um 9 Uhr. Dann bekommt er die "Patientenbegleitliste", aus der hervorgeht, welche Kinder zur Reha, zu Untersuchungen oder zum Unterricht gebracht werden sollen. Nach dem Mittagessen gibt's eine neue Liste. Brügel arbeitet bis 17 Uhr. Am Wochenende hat er frei.

Nach den ersten zehn Tagen hat sich der 20-Jährige im neuen Arbeitsumfeld gut eingelebt, sich die Namen und Besonderheiten der Kinder eingeprägt und den Grundriss der aus mehreren Komplexen bestehenden Klinik verinnerlicht. Anfang Oktober steht das erste Seminar auf dem Programm. Das besucht er zusammen mit anderen Bufdis und jungen Leuten, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr ableisten (an der Therapieklinik gibt es zurzeit auch sieben FSJ'ler).

In der Klinik sieht man Brügels Engagement sehr positiv. "Wir sind froh, dass er da ist", sagt Barbara Beeg. Früher gab es an der Klinik zwölf Zivis, die nun weggefallen sind. Arbeit für weitere Bufdis ist daher genug vorhanden.

(RP)