Meerbusch: Die erste "Tempo-10-Zone"

Meerbusch: Die erste "Tempo-10-Zone"

Eine Anwohner-Initiative hat Erfolg: Die Geschwindigkeit auf einem gut 30 Meter langen Abschnitt der Dürerstraße soll von 30 auf zehn Stundenkilometer gedrosselt werden. Ein Vorbild für viele andere Straßen?

BÜDERICH Auf der Dürerstraße in Büderich dürfen Auto- und Radfahrer demnächst nur noch maximal im zügigen Jogger-Tempo unterwegs sein: Der Bauausschuss beschloss, die erlaubte Geschwindigkeit auf einem etwa 30 Meter langen Abschnitt an der Einmündung in die Kanzlei von 30 auf zehn Stundenkilometer zu drosseln. Die Dürerstraße bekommt damit probeweise für drei Monate Meerbuschs erste "Tempo-10-Zone". Die Anwohner will die Stadt noch gesondert über die Änderung informieren.

Ärger über Raser

Damit entspricht der Bauausschuss einem Wunsch von 23 Anwohnern, die sich über Raser auf dem Straßenstück ärgerten und vor der Unfallgefahr gewarnt hatten. In die Straße mündet ein schmaler Weg, der durch eine hohe Hecke und parkende Fahrzeuge sehr schlecht einsehbar ist. Eigentlich hatten sich die Anwohner um Volker Engel gewünscht, das Stück zur Spielstraße zu machen, wo ein Tempolimit von sieben km/h herrschen würde.

Dazu wären aber mehrere zehntausend Euro teure Bauarbeiten nötig gewesen, unter anderem weil es auf der Straße Niveauunterschiede gibt, die für eine durchgehende Spielstraße hätten angeglichen werden müssen. Als Alternative schlug die Verwaltung vor, die verdeckte Mündung des Weges deutlich sichtbarer zu machen. Die entsprechenden Bauarbeiten hätten 5000 Euro gekostet.

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Anwohner Engel machte dann den Vorschlag der "Tempo-5-" oder "Tempo-10-Zone". Dafür ist nämlich kein teurer Umbau nötig. Nur die Schilder müssen ausgetauscht werden. Im Ausschuss schloss sich eine ausführliche Diskussion an. Was tun, wenn Autofahrer sich nicht an das Schild halten? SPD-Ratsherr Rainer Grund warf ein, dass Verstöße gegen Tempolimits sowieso erst ab 20 km/h gemessen werden könnten. Mehrere Ratsmitglieder schlugen vor, die Nachbarschaft über Tempolimits in Anwohnerzonen zu informieren.

Die Verwaltung hielt die Idee für "machbar". Zwei neue Schilder ließen sich für circa 500 Euro anfertigen. Bei der Stadt gibt es allerdings die Befürchtung, dass nun reihenweise Anwohner anderer Straßen auch die günstige Art der Verkehrsberuhigung vor der eigenen Haustür haben möchten. "Das wäre ein Präzedenzfall", meinte Planungsdezernent Dr. Just Gérard. Bislang gibt es lediglich im Osterather Ortskern die "Tempo-20"-Zone auf einem Teil der Meerbuscher Straße.

Sollten massive Wünsche nach weiteren "Tempo-10"-Gebieten aufkommen, hätte die Stadt schlechte Karten, dies einzugrenzen. Denn mit welchem Recht könnte die Verwaltung etwa den Bürgern am Strümper Berg etwas verweigern, was sie an der Dürerstraße genehmigt?

Die Situation in der nur etwa 30 Meter langen "Tempo-10"-Zone soll nun drei Monate lang beobachtet werden. Dann kommt das Thema erneut vor den Ausschuss.

(RP)
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