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Meerbusch: Die "boot" lohnt sich nicht für alle Hotels

Meerbusch : Die "boot" lohnt sich nicht für alle Hotels

Die Wassersportmesse in Düsseldorf wirkt sich für die Meerbuscher Hotels unterschiedlich aus. Einige spüren einen deutlichen Zulauf an Gästen. Andere Messen sind für die Hoteliers jedoch noch sehr viel lukrativer.

Zum 49. Mal findet die Wassersportmesse "boot" in Düsseldorf statt. Noch bis zum 28. Januar können die Besucher in 16 Messehallen Yachten und Boote begutachten. Am Wochenende konnten die Veranstalter bereits über 60.000 Besucher zählen. Die meisten davon sind erfahrungsgemäß Privatleute aus der näheren Umgebung, doch die Messe lockt auch Besucher an, die von weiter her kommen. Und da können auch die Hotels in den angrenzenden Städten interessant werden. Die gute Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln lässt vermuten, dass die Betten nicht nur in der Landeshauptstadt Düsseldorf ausgelastet sind. Profitieren Meerbuscher Hoteliers von der "boot"?

Ja, sagt Hoteldirektor Axel Röttsches vom Hotel Gut Dyckhof in Büderich. "Die ,boot´ ist von großer Bedeutung. Wir sind sehr zufrieden", sagt er. Die Zimmerpreise hat Röttsches aktuell jedoch nur leicht angehoben. Andere Messen wie die "Medica", eine Fachmesse für Medizin, die Verpackungsmesse "Interpack" oder die "K-Messe" für Kunststoff und Kautschuk seien bezüglich der Preissteigerung noch wesentlich lukrativer, sagt er. Bei den Industriemessen sei diese zwei bis drei mal so hoch. Das Gut Dyckhof ordnet die Wassersportmesse deshalb in die C-Kategorie ein. "Aber nur bezüglich der Preise", betont Röttsches. Zum Vergleich: Medica und die Pro-Wein-Messe bezeichnet er stattdessen als Messen der A-Kategorie.

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Wichtig sei die "boot" aber für das Gut Dyckhof aber vor allem dadurch, dass sie jährlich stattfindet, und das neun Tage lang. Andere Messen spülten zwar pro Nacht mehr Geld in die Kasse, aber das nur alle drei Jahre und auch nur für beispielsweise vier Tage. "Wir haben auch vor allem die Aussteller selbst als Gäste", sagt der Hoteldirektor. Das sei gut, denn viele Messegäste der "boot" seien nur Tagesgäste, die abends wieder nach Hause führen.

Eine leichte Profitsteigerung aufgrund der Bootsmesse sieht auch das Hotel Osteratherhof in Osterath. Etwa 20 Prozent der Gäste in seinem Haus seien aktuell wegen der "boot" in Meerbusch, sagt Eigentümer Emiel van Es. "Wir erhöhen die Preise jedoch nicht, da wir lieber komplett ausgebucht sind", sagt er.

Janni Kostidis vom Gästehaus Alter Bahnhof in Osterath spürt keinen großen Zulauf durch Messegäste: "Für uns ist die ,boot' keine profitable Messe. Ich würde sie ganz im Gegensatz zur ,Medica' oder ,ProWein-Messe' eher als sogenannte C-Messe einstufen", sagt er. Die Zahl der Hotelgäste sei zwar angestiegen, diese leicht erhöhte Auslastung hänge aber aktuell nicht direkt mit den "boot"-Messebesuchern zusammen. Auch für das Hotel Zum Deutschen Eck in Büderich ist die Zeit der "boot" eher eine Woche wie jede andere, sagt Inhaber Andreas Krause. "Bei uns gibt es in dieser Zeit jedenfalls keine Preissteigerungen." Für Krause bringt die Messe aber jedes Jahr ein Wiedersehen: Der Hotelier beherbergt nämlich schon seit 28 Jahren traditionell die Mitarbeiter einer niederländischen Yachtverleih-Firma, und die sind auch in diesem Jahr wieder in seinem Hotel untergekommen.

(RP)