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Meerbusch: Die Blumenpflanzer

Meerbusch : Die Blumenpflanzer

Der Frühling naht – und die Stadt verschönert Grünflächen mit Blumen und Bäumen. Dabei geht sie nachhaltig vor: Auf das immer neue Einpflanzen zehntausender Stiefmütterchen wie in Nachbarstädten wird verzichtet.

Der Frühling naht — und die Stadt verschönert Grünflächen mit Blumen und Bäumen. Dabei geht sie nachhaltig vor: Auf das immer neue Einpflanzen zehntausender Stiefmütterchen wie in Nachbarstädten wird verzichtet.

Mit dem Frühlingsflair ist das so eine Sache. Natürlich können Kommunen ihre Grünflächen jedes Jahr aufs Neue durch das Einpflanzen zehntausender Stiefmütterchen und Primeln mit einem Hauch Bundesgartenschau versehen. Doch das geht jedoch doppelt ins Geld — zum Kaufpreis der Blumen kommt noch der Pflegeaufwand hinzu. Und im Herbst ist alles vorbei.

Meerbusch geht einen anderen Weg. Zurzeit werden erstmal 115 Bäume in Parks, Friedhöfen und an Straßen gepflanzt. Beispielsweise Ahorne an der Herta-Klingbeil-Straße, vier Hainbuchen an der Rottstraße (beides in Lank-Latum), fünf Amberbäume an der Otto-Hahn-Straße im Osterather Mollsfeld.

Auf frühjährliche, großangelegte Blumenpflanz-Aktionen verzichtet die Stadt seit einigen Jahren bewusst — reichlich bunte Blütenblätter gibt es trotzdem. Die eigens mit Staudengewächsen (etwa Osterglocken) bepflanzten Beete entfalten ihre Schönheit quasi von allein.

Die städtischen Blumenkästen und die Körbe der blauen Fahrräder werden nach den Eisheiligen (11. bis 15. Mai) mit neuem Blumenschmuck bestückt — wenn im Rheinland erfahrungsgemäß nicht mehr mit Nachtfrösten zu rechnen ist.

Blumen an der Trockenmauer

Bis dahin findet in den Beeten Frühjahrsputz statt — und es gibt einzelne Aktionen: Kommende Woche wird etwa am neuen Bürgerwäldchen in Strümp eine Trockenmauer mit Salbei, Astern Sonnenhut und Ziergräsern bepflanzt.

Ganz auf pflegeintensive Blumen verzichtet die Stadt übrigens nicht. An der Einfahrt nach Bösinghoven setzte die Ausbildungskolonne des Baubetriebshofs jetzt 150 Lavendelpflanzen, gelbe Narzissen und Osterglocken in die Erde. Das Entrée des Dorfs kann sich mittlerweile sehen lassen.

Möglich wurde das Projekt durch eine Zusammenarbeit zwischen Stadt und Bürgerverein Bösinghoven. Die Stadt sorgt für die Blumen, und engagierte Bürger sagten zu,, die bunte Pracht zu pflegen. Auf die Idee, die vielleicht auch in anderen Stadtteilen Schule machen könnte, kam man bei einem Besuch von Michael Betsch, städtischer Abteilungsleiter für Grünflächen, in Bösinghoven.

Im Büdericher Park von Haus Meer brauchen keine Blumen gepflanzt werden. Dort haben sich über Jahrzehnte Schneeglöckchen vermehrt. 2009 konnte man sogar 500 davon an den Schlosspark Mickeln in Düsseldorf abgeben.

(RP)