1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Meerbusch: Die Angst vor dem Hundefeind

Meerbusch : Die Angst vor dem Hundefeind

Zwei Hunde haben am Hülsenbuschweg Giftköder gefressen und sind gestorben. Jetzt fahndet die Polizei nach dem Täter. Warnzettel des Tierschutzvereins an den Bäumen wurden abgerissen. Die Besitzer bangen um ihre Tiere.

"Das ist absolut schrecklich." Marion Schineller weiß noch genau, wie die Polizei den vergifteten Hund in die Kleintierpraxis gebracht hat, in der sie arbeitet. "Ein Weimarer", erzählt die Tierärztin. "Er krampfte und hatte Schaum vor dem Mund." Kurz darauf starb das Tier. "Er ist erstickt", sagt Schineller. "Wir konnten nicht mehr helfen."

Nur wenige Minuten zuvor war die Besitzerin mit ihrem Hund am Hülsenbuschweg in Büderich ausgegangen. Direkt neben dem Gelände der Polizeihundestaffel Düsseldorf hat das Tier am Wegrand etwas gefressen. Es muss ein Giftköder gewesen sein. "Der Hund brach sofort zusammen, und die Halterin rief die Polizisten zu Hilfe", erzählt Schineller. "Die haben das Tier in unsere Praxis gebracht."

Bisher sind zwei Fälle in der vergangenen Woche gemeldet worden. Bei beiden sind die Tiere erstickt, nach dem sie am Wegrand im Bereich Hülsenbuschweg/Am Eisenbrand etwas gefressen hatten. "Halter sollten ihre Hunde in dieser Gegend immer anleinen", sagt Pressesprecher Hans-Willi Arnold. "Und wenn es möglich ist, woanders mit den Tieren Gassi gehen." Auch ein Beißkorb wäre ratsam.

Florian Weisser wohnt in der Nähe der Stelle, wo die Giftköder gefressen wurden. Er geht weiterhin mit seinem Golden Retriever Cherry auf dem Feldweg spazieren. "Ich lasse sie jetzt nicht mehr von der Leine", sagt er. "Sie schnuppert nämlich ganz gern mal am Wegesrand." Da mache er sich schon Sorgen. "Das ist doch die schlimmste Tierquälerei", sagt er. "Wer macht so etwas bloß?"

Mit dem Hülsenbuschweg hat sich der Täter einen bei Hundebesitzern besonders beliebten Spazierweg ausgesucht. Viele Tierhalter kommen mit dem Auto, parken am Tennis- und Squash-Center, und gehen von dort aus über die Felder. Auch unter den Reiterrn, die im nahe gelegenen Stall die Boxen für ihre Pferde mieten, sind viele Hundebesitzer. Die Polizisten der Hundestaffel sind ebenfalls beunruhigt: "Wir machen uns große Sorgen", sagt Thomas Faustmann. Der Leiter der Hundestaffel hat sofort Sicherheitvorkehrungen getroffen: Die Hunde dürfen nur noch an der Leine und mit Beißkorb ausgeführt werden.

Dass es einen Zusammenhang zwischen der Hundestaffel und den ausgelegten Giftködern gibt, schließt die Polizei aus. Sie fährt in diesem Bereich derzeit Streife. "Bisher konnten wir jedoch keinen Giftköder entdecken", sagt Arnold. "Deshalb wissen wir auch nicht, womit die Tiere getötet wurden."

Hinweise: Betroffene Halter oder Zeugen, die einen Köder entdeckt haben, werden gebeten, sich bei der Polizei Neuss, Tel. 02131 3000, zu melden.

(RP)